Laichingen Grünes Licht für den Gewerbepark

Der Verband Region Schwäbische Alb hat den Standort seines künftigen Gewerbegebiets festgelegt.
Der Verband Region Schwäbische Alb hat den Standort seines künftigen Gewerbegebiets festgelegt. © Foto: Volkmar Könneke
Berghülen / SABINE GRASER-KÜHNLE 04.10.2018

Solidarisch traten die Vertreter von zehn der zwölf Mitgliedskommunen im Zweckverband Region Schwäbische Alb bei der Sitzung des Verwaltungsrats in Berghülen auf: Einstimmig fassten sie den Grundsatzbeschluss, einen interkommunalen Gewerbepark mit rund 50 Hektar zwischen Nellingen und Merklingen anzusiedeln; nördlich der A 8 und gegenüber dem künftigen Bahnhof Merk­lingen. Dort, wo es das Planungsbüro empfohlen hatte.

Nellingen und Merklingen müssen dabei keine Ausgleichs- oder Tauschflächen für den Flächenverbrauch bereitstellen. Denn sie müssen sämtliche für den Gewerbepark, den Bahnhof und den Pendlerparkplatz nötigen Flächen aufbieten. Die anderen Gemeinden verpflichteten sich ausdrücklich, auf ihren Gemarkungen Flächen zu finden und einen Flächenpool mit Tauschflächen zu bilden. Zudem haben die Mitglieder erklärt, dass die Flächennutzungsplanung dem Gemeindeverwaltungsverband Laichinger Alb übertragen wird.

Zuvor hatten die Bürgermeister Franko Kopp und Sven Kneipp aus Nellingen und Merklingen noch einmal ihre Positionen wegen des Flächenausgleichs untermauert. „Wir wollen von Anfang an mit offenen Karten spielen“, sagte Kopp. Nellingen sei schon beim Neubau der ICE-Trasse mit 60 Hektar für Ausgleichsmaßnahmen und Eingriffe bei Aichen gebeutelt gewesen. Kopp bestand darauf, hierüber einen grundsätzlichen Beschluss zu fassen.

Ähnlich betroffen sei Merklingen, das für den Bahnhof sowie die Park-and-Ride-Anlage schon Flächen einbringe, führte Kneipp aus. Er machte sich für die landwirtschaftlichen Betriebe stark, die betroffen sein werden. Der Vorsitzende, der Laichinger Bürgermeister Klaus Kaufmann, unterstrich dies und titulierte es als „Forderungen“ der beiden Gemeinden, „denen nachzukommen ich als Arbeitsauftrag sehe, den wir unbedingt umsetzen müssen“. Er führte als Negativbeispiel das 53 Hektar große interkommunale Gewerbegebiet in Laichingen an, für dessen Flächenausgleich damals allein die Stadt selbst aufgekommen sei Kaufmann: „Wir gehen hier gemeinsam vor und werden schlussendlich erfolgreich sein.“

Mittlerweile hätten das Regierungspräsidium Tübingen und das Landratsamt Alb-Donau mitgeteilt, dass sie keine Hindernisse für den Gewerbepark auf dem vorgeschlagenen Standort sähen, berichtete Werner Zimmermann, der Technische Geschäftsführer des Zweckverbands.

Dies und die Tatsache, dass keine Mitgliedskommune Änderungswünsche zum Standort hat, nahm Zimmermann zum Anlass, die im Oktober geplante Sitzung des Verbands zu streichen. Vorgesehen war eine weitere Beratungsrunde, „die wir nun nicht mehr brauchen“. Der Verwaltungsratsbeschluss wird nun dem Regionalverband Donau-Iller mitgeteilt, um den Gewerbepark in die Fortschreibung des Regionalplans aufzunehmen.

Weiterführende Diskussionen, die über die Standortfindung hinausgingen, wie es in den Gemeinderäten teils der Fall war, wollte Kaufmann nicht führen. „Mit Fortschreiten des Projekts werden wir auch über die Umsetzung reden“, hatte er schon zu Sitzungsbeginn gesagt. Die „fachliche“ Diskussion in den Gremien lobte er: „Das zeigt, wie wichtig es ist, die Öffentlichkeit mit einzubeziehen, so tief wie es irgend geht.“ Sven Kneipp sagte abschließend: „Ich bin positiv gestimmt, dass wir in den nächsten etwa zehn Jahren etwas Gutes auf die Beine stellen.“

Wie es weitergeht mit dem Gewerbepark

Termin Im Dezember soll die Verbandsversammlung den Standort des interkommunalen Gewerbeparks endgültig beschließen. Dann wird als nächstes der Gemeindeverwaltungsverband Laichinger Alb mit der Fortschreibung des Flächennutzungsplans für das betroffene Areal beauftragt.

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