Die Grünen sind in Baden-Württemberg zwar die größere der beiden Regierungsfraktionen. Was die Zahl der Mitglieder betrifft, hat die SPD jedoch deutlich die Nase vorn: knapp 39 000 zu 8900. Von der CDU mit 72 000 Mitgliedern zu schweigen. Besonders auf dem Land scheinen die Grünen einen schweren Stand zu haben: So zählt der Kreisverband Ulm etwa 180 Mitglieder, der Kreisverband Alb-Donau jedoch nur um die 120.

Dieses Stadt-Land-Gefälle soll geringer werden. "Wir wollen den ländlichen Raum pflegen", sagte der Ulmer Landtagsabgeordnete Jürgen Filius, als am Freitagabend im Café Späth in Beimerstetten der sechste Ortsverband der Grünen im Alb-Donau-Kreis gegründet wurde. Weitere Ortsverbände gibt es in Langenau, Blaustein, Blaubeuren, Ehingen und Munderkingen, zudem eine Ortsgruppe in Illerkirchberg. Zum neuen Ortsverband Nördlicher Alb-Donau-Kreis gehören die Gemeinden Amstetten, Lonsee, Westerstetten, Beimerstetten und Dornstadt. Dort sind insgesamt etwa 15 Grünen-Mitglieder zu Hause, von denen jedoch nur vier zur Gründungsversammlung kamen. Von dieser eher dünnen Resonanz ließ sich Marianne Prinzing, Kreisrätin aus Lonsee, nicht entmutigen. "Wir haben was vor", sagte sie nach ihrer einstimmigen Wahl zur Ortsverbandsvorsitzenden. Dabei zählt sie vor allem auf die Unterstützung von Thomas Franz aus Westerstetten, der zum gleichberechtigten Co-Vorsitzenden gewählt wurde.

Die Planung für ein Heide-Fest am Salachberg zwischen Lonsee und Urspring hat laut Marianne Prinzing schon begonnen. Das Fest solle am 14. und 15. September stattfinden, eine Woche vor der Bundestagswahl. Prima Gelegenheit, sich im Wahlkampf-Endspurt zu präsentieren, sagte Annette Weinreich, Bundestagskandidatin der Grünen im Wahlkreis Ulm. Darüber hinaus hoffe sie auf Unterstützung des jungen Ortsverbands, wenn sie Ende August auf Wahlkampf-Radtour gehen werde: immer an der Grenze des Wahlkreises entlang. Zudem sei ein Grünen-Lauftreff - von Mittwoch, 20. Februar, an wöchentlich um 19 Uhr - an wechselnden Orten geplant, kündigte Annette Weinreich an. Ziel sei die Teilnahme am Einstein-Marathon eine Woche nach der Bundestagswahl, "aber ich lauf da nicht mit". Das Ziel der Ulmer Stadträtin heißt Bundestag, und mit Listenplatz 13 im Land stehen die Aussichten nicht schlecht.