Landwirtschaft Großes Fest um kleine Zebus

Almabtrieb in Berghülen: „Laika“ und „Pepe“ werden geführt, die anderen folgen im fahrbaren Gatter, dem „Triebwagen“.
Almabtrieb in Berghülen: „Laika“ und „Pepe“ werden geführt, die anderen folgen im fahrbaren Gatter, dem „Triebwagen“. © Foto: Joachim Striebel
Berghülen / Joachim Striebel 02.11.2018

Schon beim ersten Wintereinbruch vor ein paar Tagen mussten sie ins Trockene gebracht werden. Jetzt ist die Weidesaison für die Zwerg-Zebus endgültig vorüber: Gestern war Almabtrieb in Berghülen. Begleitet von den sechs Hirten der „Alb-Zebu GbR“ marschierte die Herde durch den Ort zum Dorfplatz, wo sie von einer Blaskapelle mit dem Bozner Bergsteigermarsch empfangen wurde. Dann begann ein Fest mit frischem „Zwiebelblatz“ aus dem Backhaus sowie Roten Würsten vom Zebu und „Chili con Zebu“.

Die Herde ist den Sommer über auf 22 Tiere angewachsen, sieben Kälber kamen auf der Weide zur Welt.  „Eines mussten wir mit dem Schoppen aufziehen“, berichtet Steffen Schöll. Die Mutter habe keine Milch gegeben. Gut, dass sich die Arbeit auf sechs Personen verteilt. Auch wenn die Tiere draußen gut zurecht kommen, dürften sie nicht sich selber überlassen werden, sagt Stefan Ruopp. Jeden Tag muss jemand nach dem Wasser und dem Elektrozaun schauen. Und wenn die eine Weide abgegrast ist, muss die Herde auf eine andere getrieben werden. Hinzu kommt, dass die Zebu-Hirten auch selber das Heu machen für den Winter.

Futter war knapp

Die Alb-Zebu GbR spricht von einer guten Saison 2018. Allerdings war auch um Berghülen herum das Futter wegen der langen Dürre knapp. „Weniger hätte es nicht sein dürfen“, sagt Daniel Deschenhalm. Froh sind die Hirten, dass Privatleute und die Gemeinde ausreichend Flächen zur Verfügung gestellt haben.

In erster Linie gehe es um die Landschaftspflege, sagt Bürgermeister Bernd Mangold. Die Zwerg-Zebus, die auch Dornenhecken fressen, halten die Landschaft offen. Die Zebu-Halter stehen im Kontakt im dem Naturschutzbeauftragten des Landratsamts und mit dem Landschaftserhaltungsverband, der auch Zuschüsse gewährt.

Von den 22 Zwerg-Zebus waren beim gestrigen fünften Berghüler Viehscheid 13 zu bewundern, neun Jungtiere waren bereits im Stall. Die Leittiere „Pepe“ und „Laika“, die auf dem Dorfplatz an eine Stange angebunden waren, zeigten keine Berührungsängste und ließen sich von Kindern streicheln. Ruhig gaben sich auch die anderen Tiere, die hinter Gittern waren. Die Zebu-Hirten freuten sich über den guten Besuch der Veranstaltung und das Interesse der Bevölkerung an ihrem Hobby.

Rinder und Elektroautos auf dem Dorfplatz

Angebot Kontrastprogramm auf dem Berghüler Dorfplatz: Neben den Zebu-Rindern standen Elektrofahrzeuge der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm. Das Unternehmen informierte über das neue Angebot des Car-Sharings „swu2go“, das in Berghülen seine Premiere erlebt. Mehrere Bürger zeigten konkretes Interesse und einige unterzeichneten bereits Verträge.

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