Innenstadt Große Investition in Blaustein geplant

Die Ladenzeile am Marktplatz in Blaustein. Das Gebäude mit dem Rewe-Markt soll nach den Plänen von Rolf Böhringer einem Neubau weichen. Zudem möchte der Unternehmer dort zwei weitere Gebäude errichten.
Die Ladenzeile am Marktplatz in Blaustein. Das Gebäude mit dem Rewe-Markt soll nach den Plänen von Rolf Böhringer einem Neubau weichen. Zudem möchte der Unternehmer dort zwei weitere Gebäude errichten. © Foto: Volkmar Könneke
Blaustein / Thomas Steibadler 14.08.2018
Neben dem Blausteiner Rathaus will die Alb-Naturenergie für bis zu 30 Millionen Euro drei Wohn- und Geschäftshäuser errichten.

Großes hat der Unternehmer Rolf Böhringer in der Blausteiner Stadtmitte vor: drei neue Wohn- und Geschäftshäuser mit großer Tiefgarage unmittelbar neben dem Rathaus. Das Investitionsvolumen beziffert er auf 25 bis 30 Millionen Euro. Um diesen Plan zu realisieren, hat Böhringer mit seinen Unternehmen Alb-Naturenergie als ersten Schritt das Gebäude, in dem sich jetzt ein Rewe-Supermarkt und Büros befindet, erworben. Dieses soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Im Erdgeschoss des Neubaus, der von 2020 an errichtet werden soll, sieht Böhringer Einzelhandel, Gastronomie und Büros vor. Der Alb-Naturenergie-Geschäftsführer möchte unter anderem einen Bio-Vollsortimenter mit etwa 800 Quadratmeter Verkaufsfläche ansiedeln. Zu dem Projekt mit dem Namen „Blauhöfe Blaustein“ gehören Böhringer zufolge auch „attraktive Eigentumswohnungen“.

Großer Bedarf an Gewerbeflächen und an Wohnungen

Die jetzige Ladenpassage am Marktplatz bezeichnet Böhringer als „teilweise totes Zentrum“. Die leeren Ladengeschäfte seien keineswegs attraktiv. Dabei bestehe in Blaustein ein großer Bedarf an Gewerbeflächen und an Wohnungen, das habe nicht zuletzt die IHK festgestellt. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung wolle die in Blaustein ansässige Alb-Naturenergie nun ein „Schlüsselgrundstück für die Neugestaltung“ entwickeln.

Für das Vorhaben im neuen Sanierungsgebiet „Innenstadt“ muss zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden, erläutert Stadtbaumeisterin Sandra Pianezzola. Parallel dazu solle, wenn der Gemeinderat zustimmt, ein Architekten-Wettbewerb ausgelobt werden. In einer so genannten Mehrfachbeauftragung würde dann eine Reihe von Büros aufgefordert, Gestaltungsideen für den Bereich zu entwickeln.

Die Schwierigkeit dabei: Die Alb-Naturenegie hat lediglich einen Teil des bestehenden Gebäudekomplexes erworben. Den anderen Teil „werden wir auch nicht erwerben können“, sagt Böhringer mit Verweis auf komplexe Eigentumsverhältnisse. Aus diesem Grund müsse ein Teil des Bestands in die Planung einbezogen werden, erläutert die Stadtbaumeisterin. Sie macht aber auch keinen Hehl daraus, dass ihr die Neugestaltung der gesamten Ladenzeile am liebsten wäre.

Auch ohne den derzeit nicht verfügbaren Teil will Böhringer weitere Schritte unternehmen und zwei zusätzliche Neubauten errichten: einen anstelle des Parkplatzes und des Post-Gebäude, einen kleineren gegenüber der Martinskirche. Dort stellt sich der Unternehmer eine Markthalle vor, in der regionale Erzeuger ihre Produkte anbieten. Den Marktplatz mit dem Wochenmarkt wolle er aber nicht antasten.

Tiefgarage mit 160 Plätzen

In dieser großen Version der „Blauhöfe“ würden sich die drei neuen Gebäude mit insgesamt etwa 7000 Quadratmetern Wohn- und Gewerbefläche um einen zentralen Platz gruppieren. Die Tiefgarage hätte Böhringer zufolge 150 bis 160 Stellplätze.

Die große Variante ist aber nur im Einvernehmen und in Zusammenarbeit mit der Stadt realisierbar: Der Kommune gehört sowohl der Parkplatz als auch das Post-Gebäude. Zu den Realisierungschancen wollen Bürgermeister Thomas Kayser und Stadtbaumeisterin Pianezzola nichts sagen, sie verweisen auf die Entscheidungshoheit des Gemeinderats.

Bleibt es bei dem einen Neubau anstelle des Rewe-Markts, wird auch die Tiefgarage kleiner ausfallen. Böhringer spricht von ungefähr 60 Stellplätzen. Das Investitionsvolumen dann: etwa zwölf Millionen Euro.

Das könnte dich auch interessieren:

Im Sanierungsgebiet „Innenstadt“

Stadtentwicklung Grundlage sind der Stadtentwicklungsprozess (Step) 2030 und die darin formulierten Ziele. Für die Stadtmitte lauten einige Stichworte: Aufenthaltsqualität, Verkehrsberuhigung, Erlebbarkeit, Aufwertung der Außenbereiche und Parkraum-Management. Für die Umsetzung wird mit 800.000 Förder-Euro vom Land das Sanierungsgebiet „Innenstadt“ festgelegt. Derzeit ist die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH als Sanierungsbetreuer der Stadt mit der Bestandserhebung befasst. Zum Bestand im Sanierungsgebiet gehört auch das Rathaus selbst. Über dessen Zukunft muss sich die Blausteiner Kommunalpolitik nach Ansicht von Stadtbaumeisterin Sandra Pianezzola ebenfalls Gedanken machen.

Bauträger Die Alb-Naturenergie hat in Blaustein zuletzt ein Wohn- und Ärztehaus in den Höhwiesen realisiert. In das Ende 2016 fertiggestellte Vorhaben wurden mehr als fünf Millionen Euro investiert.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel