Flächen Gewerbe soll an die Autobahn

Der Blick von der Merklinger Autobahnzufahrt: Links der Landestraße in Richtung Nellingen liegt der von den Planern favorisierte Standort für das interkommunale Gewerbegebiet.
Der Blick von der Merklinger Autobahnzufahrt: Links der Landestraße in Richtung Nellingen liegt der von den Planern favorisierte Standort für das interkommunale Gewerbegebiet. © Foto: Ralf Heisele
Nellingen / Ralf Heisele 13.09.2018
Der Verband plant ein interkommunales Industriegebiet. Nellingen favorisiert Standort an der Grenze zu Merklingen.

Der 2016 gegründete Verband Region Schwäbische Alb mit seinen zwölf Mitgliedsgemeinden ist nicht nur am Bau des Bahnhofs bei Merklingen beteiligt, er will auch ein interkommunales Gewerbegebiet mit einer Größe von rund 50 Hektar ausweisen. Nach dem Willen des Nellinger Gemeinderats soll dieses direkt an der Autobahnzufahrt in Richtung Stuttgart westlich der Landesstraße von Merklingen nach Nellingen entstehen. Damit folgten die Räte am Dienstagabend dem Vorschlag des Büros Künster aus Reutlingen. Die Planer haben im Auftrag des Verbands nach geeigneten Standorten gesucht. Die Ergebnisse stellten Clemens Künster und Ulrich Thomas in Nellingen vor.

Drei potenzielle Standorte

Landschaftsarchitekt Thomas erläuterte, dass man sich nicht von vornherein auf die Nähe zur A 8 beschränkt habe. Vielmehr seien alle Flächen der Mitgliedsgemeinden mit insgesamt 33 000 Hektar in die Suche mit eingeflossen. In mehreren Schritten wurden die Räume dann auf verschiedene Kriterien hin unter die Lupe genommen. Schutzgebiete und Siedlungsräume fielen sofort durchs Raster. Aber auch topografische Besonderheiten wie der Albtrauf führten zum Ausschluss. Weitere Prüfkriterien waren etwa Wildkorridore, Biotopverbunde oder Überschwemmungsgebiete. Die Planer haben so 22 „Suchräume“ herausgefiltert, die grundsätzlich für ein Industriegebiet geeignet wären. Fünf davon waren allerdings nicht groß genug. Die verbliebenen 17 Gebiete wurden schließlich nach den Aspekten „möglich“, „konfliktreich“ und „Ausschluss“ beurteilt. Erst dabei wurden Kriterien wie die Anbindung an die Autobahn, die Vermeidung von Ortsdurchfahrten oder eine weitgehend ebene Fläche angelegt. Übrig geblieben sind drei potenzielle Standorte:

Das Gebiet „Laichingen Ost“ an der ampelgesteuerten Kreuzung bei Machtolsheim, südlich der dortigen Ortsumfahrung. Das Gebiet „Nellingen Süd“ südlich der L 1230 auf Nellinger Gemarkung, sowie der bereits genannte Standort  „Merklingen-Nellingen“ westlich der Landesstraße, der auf Merklinger und Nellinger Gebiet liegt.  Letzteren empfehlen die Städteplaner, weil er am wenigsten Konfliktpotenzial berge.

Die Planer stellten aber klar, dass auch der von ihnen favorisierte Standort direkt an der Markungsgrenze zwischen Merklingen und Nellingen Nachteile habe. Auf den dortigen landwirtschaftlich genutzten Flächen gibt es erstklassige Ackerböden. Auch die Besitzverhältnisse sind in der Studie nicht berücksichtigt worden.

Industriegebiet parallel zur Autobahn

Laut Clemens Künster geht es jetzt darum, dass sich der Verband auf einen Standort einigt. In den kommenden Wochen sollen die Mitgliedsgemeinden Stellung nehmen, dann kann die Verbandsversammlung am 25. Oktober entscheiden. Für Künster ist dies ein „glückliches Timing“: Aktuell schreibt der Regionalverband Donau/Iller den Regionalplan fort. Bis Ende des Jahres können dort Vorrangflächen für interkommunale Gewerbeflächen der Region gemeldet werden. In der Diskussion lobte Bürgermeister Franko Kopp die Studie und nannte den empfohlenen Standort als „nachvollziehbar“. Gemeinderat Bruno Wanderer würde das Industriegebiet lieber parallel zur Autobahn platzieren – „dann wären wir auch näher am Bahnhof“. Laut Diplom-Ingenieur Künster wäre dies prinzipiell möglich, allerdings stoße man auf Merklinger Gemarkung auf ein Landschaftsschutzgebiet. Zum jetzigen Zeitpunkt sei man noch in der Planungsphase. „Die Grenzen des vorgeschlagenen Standorts sind keineswegs festgezurrt.“ Je nach Wunsch könne der Verband noch Einfluss auf das endgültige Gebiet nehmen.

Gemeinderat Werner Staudenmaier ist es wichtig, dass sich auch alle anderen Mitgliedsgemeinden verpflichten, entsprechende Ausgleichsflächen für den Arten- und Naturschutz auszuweisen. Diese sind für ein solches Projekt vorgeschrieben und könnten nicht von Merklingen und Nellingen alleine geschultert werden.

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Verband aus zwölf Kommunen

Mitglieder Dem Verband Region Schwäbische Alb gehören aus dem Alb-Donau-Kreis die Stadt Laichingen und die Gemeinden Nellingen, Merklingen, Westerheim, Heroldstatt, Berghülen und Dornstadt an. Hinzu kommen noch Wiesensteig, Drackenstein, Hohenstadt, Mühlhausen und Bad Ditzenbach aus dem Kreis  Göppingen.

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