Schwank Geschlechterkampf in vergnüglicher Form

Der ständige Konflikt zwischen Mann und Frau, im Theaterstück „Frauenpower“ munter inszeniert, hat dem Publikum in der Suppinger Kornberghalle einen vergnüglichen Abend bereitet. Die Schauspieler zeigten ihr Können.
Der ständige Konflikt zwischen Mann und Frau, im Theaterstück „Frauenpower“ munter inszeniert, hat dem Publikum in der Suppinger Kornberghalle einen vergnüglichen Abend bereitet. Die Schauspieler zeigten ihr Können. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Sabine Graser-Kühnle 04.01.2018
Die Schauspieler der Theatergruppe des SV Suppingen ernten Lachsalven für ihr gekonntes Spiel. Schlagfertige Dialoge und die komische Handlung machen viel Freude.

Zweieinhalb Stunden lang malträtierten die Theaterspieler des Sportvereins Suppingen die Lachmuskeln ihres Publikums in der Kornberghalle mit dem Schwank „Frauenpower“ von Bernd Gombold. Keine Sekunde kam Langeweile auf.

Ausgangspunkt: Ein Wahlkampf um die Sitze im Gemeinderat treibt die zwei gegeneinander antretenden Fraktionen zu höchster Kreativität beim Stimmenfang. Allen voran die neu gegründete Frauenliga, die sich für Sitte und Anstand einsetzt. Die Tatsache, dass zwei der Frauen die Gattinnen von Gemeinderäten sind und dass Gisela Keusch ihren Namen lebt, würzt diesen Geschlechterkampf kräftig.  „Heirat ist der erste Schritt in die Versklavung der Frau“, ist Oberemanze Kunigundes Überzeugung.

Derweil geht es dem Bürgermeister und seinen Räten ums „bezahlbare Freibier“. Und außerdem um den Erhalt des Striplokals im Ort, wo die Herren viel gesehene Gäste sind. Um zu gewinnen, will der Bürgermeister einen Maulwurf in die Frauenliga einschleusen. In Frauenkleider stürzen muss sich der neu eingestellte Gemeindeinspektor Hannes Klug. „Danach schmeiß ich ihn wieder raus“, sagt sich der Schultes lachend. Doch Klug macht seinem Namen alle Ehre und spielt beide Fraktionen gegeneinander aus. Unterstützung findet er in Marylin  vom Striplokal.

In diesem bissigen  Geschlechterkampf folgt eine Pointe der anderen. Schlagfertige Dialoge, die urkomische Handlung sowie Schauspieler, die an ihrem Spiel mindestens so viel Freude haben wie das Publikum, lassen zwischen den Lachsalven kaum Zeit zum Atem holen. Im zweiten Akt spielt sich so viel zeitgleich auf der Bühne ab, dass der Zuschauer gar nicht mehr weiß, wo er zuerst hinschauen soll.

Nicht immer hat sich Regisseur Ludwig Nüßle ans Script von Autor Bernd Gombold gehalten. Mehr als einmal ein Gewinn. Etwa, als die Männer ihre Adoniskörper mit Öl einreiben und die sittengestrengen Frauen einen 1-A-Strip auf die Bühne legen. In Mimik und Gestik überbieten sich die Laiendarsteller, das Publikum geizt auch nicht mit Szenenapplaus, etwa für die prüde Gisela Keusch (Gabi Heincke), oder die von Marylin (Christine Nüßle) becircten Gemeinderäte (Ingo Borst, Gerhard Protschka).

Wahre Lachsalven erntet Claudia Mangold als intolerante Ober­emanze. Mit einem tollen Gespür für feine Nuancen wartet Reiner Stucke auf. Tobias Haussmann hat in seiner Doppelfunktion als Hannes Klug und Hanna eine Paraderolle  gefunden. Ebenso zum Gelingen des Stücks beigetragen haben extra gedruckte Wahlplakate und das exakte Einspielen stimmiger Musik. Am morgigen Freitag und Samstag gibt es ab 19.30 Uhr nochmals zwei Aufführungen des Stücks.

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