Verkehr Umgehungsstraße: Gerade Durchfahrt statt Serpentine

PETRA LEHMANN 16.09.2017
Der Gemeinderat Weidenstetten hat über die geplante Unterführung der Umgehungsstraße L 1232 beraten.

„Billig wird das Ganze nicht“, sagte Bürgermeister Georg Engler im Gemeinderat Weidenstetten zur Unterführung an der Umgehungsstraße. Da hatte Helmut Kolb vom gleichnamigen Ingenieurbüro seinen Entwurf noch gar nicht präsentiert, wie künftig Fußgänger und Radfahrer über die Ölgasse zu den Sportplätzen und Ruheforst gelangen sollen. Doch gehe es, sagte Engler, nun darum, den Förderantrag einzureichen und nicht um den endgültigen Baubeschluss. „Nachbessern kann man dann immer noch.“

Auf Nachfrage von Gemeinderätin Elke Ziegler bestätigte Ingenieur Kolb, dass sowohl ein Kanal als auch eine Wasserleitung tiefer gelegt werden müssten, was Kosten von rund 94.000 Euro verursachen dürfte. Der Bau der Unterführung mit Radweg liege im Entwurf westlich, parallel zur Ölgasse. Die Breite der Unterführung müsse mindestens drei Meter betragen, die Höhe wenigstens 2,50 Meter.

Gerade Durchfahrt animiert zum Rasen

Ein Problem bilde die relativ kurze Rampenlänge auf der anderen Straßenseite in Richtung Sportplätze. „Das führt zu einem recht großen Gefälle von acht bis neun Prozent.“ Man könne dies etwas abmildern, indem man eine Serpentine einbaue. Allerdings sei dann im Gegensatz zur geraden Durchfahrt die Sicht begrenzt. „Radfahrer sehen entgegenkommende Fußgänger oder andere Radler sehr spät, was zu Unfällen führen kann.“

Gemeinderat Andreas Neber gab zu Bedenken, dass eine gerade Durchfahrt zum Rasen animiere, vor allem wenn es wie dort Richtung Gemeinde abwärts gehe. Kolb wandte ein, dass die Serpentinen-Variante beim Regierungspräsidium Tübingen wegen Sicherheitsbedenken keine Chance haben werde. Das Gremium entschied sich dann auch für die Einreichung des Entwurfs mit gerader Durchfahrt, der Kosten von knapp 500.000 Euro verursachen dürfte.