Langenau Genug Wind für 18 Kraftwerke

Langenau / HEIKE SCHNEIDER 03.05.2012
Bis zu 18 Windräder können auf dem Gebiet der Stadt Langenau einigermaßen wirtschaftlich betrieben werden. Das hat ein Fachmann errechnet.

Für den Regionalverband Donau-Iller spielt Langenau beim Ausbau der Windkraft bisher keine Rolle. Im Konzept für die Fortschreibung des Regionalplan-Kapitels "Windenergie" ist kein einziger potentieller Anlagen-Standort enthalten. Damit hat sich die Stadt Langenau aber nicht zufrieden gegeben und selbst eine Wind-Studie in Auftrag gegeben. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stellte Tobias Barthelmess von der Firma Sowitec mit Sitz in Sonnenbühl (Kreis Reutlingen) die Ergebnisse der Berechnungen vor.

Anhand von Daten des Deutschen Wetterdienstes hatte Barthelmess errechnet, wo überall auf Langenauer Gebiet die durchschnittlichen Windgeschwindigkeit mehr als 5,3 Meter pro Sekunde beträgt. Davon zog er jene Flächen ab, die für Windräder nicht in Frage kommen: zum Beispiel Wasserschutzgebiete, Naturschutzgebiete, bebaute Flächen, Gebiete, die in Flugschneisen der Bundeswehr liegen. Übrig blieben drei größere Flächen, auf denen sich der Fachmann insgesamt 15 bis 18 Windkraftanlagen vorstellen kann. Allerdings, gab Barthelmess zu bedenken, betrage die Windgeschwindigkeit in 100 Metern Höhe überall nur wenig mehr als besagte 5,3 Meter pro Sekunde. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten befinde sich Langenau somit im Grenzbereich.

Die größte potentielle Windkraftfläche befindet sich im Waldgebiet Englenghäu westlich der A 7. Barthelmess hält dort bis zu acht Anlagen für möglich. Zwei kleinere Flächen sind westlich des Teilorts Göttingen und in der Nähe des Weilers Witthau. Ob sich die Stadt Langenau dafür ausspricht, diese Flächen ganz oder teilweise in den Windkraft-Regionalplan aufzunehmen, soll in der nächsten Gemeinderatssitzung beschlossen werden. Zunächst wird darüber in den Ortschaftsräten beraten.

Um sich sicher zu sein, schlug der Fachmann vor, den Wind tatsächlich zu messen, und zwar in einer Höhe von 140 Metern. Das würde etwa 150 000 Euro kosten. "Diese Messung ist nicht Sache der Stadt Langenau, wir müssen diesen Nachweis nicht erbringen", betonte Bürgermeister Wolfgang Mangold.

Die Sorge der Räte galt daher der grundsätzlichen Frage, ob Windkraftnutzung im Wald überhaupt möglich sei und wie viele Bäume dann gefällt werden müssten. Zur Größe der Rodungsfläche könne er nichts sagen, ließ Barthelmess die Stadträte wissen. Bislang seien Wälder für Windräder tabu, daher verfüge seine Firma über keine Erfahrungswerte. Rechnerisch müsse davon ausgegangen werden, dass der Wind in 140 Metern Höhe nur so stark blase wie auf freier Fläche in 120 Metern.

Erstaunen verursachte die Aussage des Fachmanns, keine Daten des Windrads bei Seligweiler in der Nähe von Göttingen eingeholt und ausgewertet zu haben. "Wir sind mit Seligweiler nicht in Kontakt", lautete die Auskunft. Seine Firma habe die Eignungsflächen auf rechnerischer Basis ermittelt.

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