Laichingen Gemeinsame Übung von Feuerwehr und Rettungsdienst in Laichingen

SABINE GRASER-KÜHNLE 27.10.2014
48 Helfer in der Not - von der Feuerwehr Laichingen, dem ASB Merklingen sowie Notärzten - haben am Samstag gemeinsam geübt. Theoretisch und praktisch. Im Fokus stand die Koordination.

Feuerwehr und Rettungsdienste treffen vielfach an Einsatzorten zusammen. Hand in Hand müssen die Leute dann agieren. Kommunikation untereinander ist das A und O. Um das Miteinander zu forcieren, haben ASB-Lehrrettungsassistent Peter Bischoff und Johannes Häberle von der Laichinger Feuerwehr einen gemeinsamen Übungstag organisiert. Dabei ging es Bischoff und Häberle hauptsächlich darum, dass die Dienste Einblicke ins Agieren des anderen erhalten. "Die Situation von verschiedenen Blickwinkeln betrachtet gibt einem Aufschlüsse, warum die technische Feuerwehr so und der Leben rettende Rettungsdienst anders handelt", erklärte etwa Dr. Michael Gösele, einer der drei Notärzte, die an dem Übungstag auch teilgenommen haben. Das sei besonders im theoretischen Teil dieser Fortbildung deutlich geworden. "Da wurde viel diskutiert - und manche Hemmschwelle konnte abgebaut werden", meinte Dr. Gösele.

27 vom ASB Rettungsdienst, 14 Feuerwehrleute und neben Dr. Gösele auch die Notärzte Dr. Imke Hübner und Dr. Paul-Gerhard Steinestel, haben die Koordination der beiden Einsatzdienste in drei unterschiedlichen Situationen durchgespielt. In mehreren Gruppen mussten die Feuerwehr- und Rettungsleute einen Verkehrsunfall mit Auto und Fahrrad, einen Werkstattunfall mit Verletztem in der Grube und zusätzlicher Rauchentwicklung sowie die Löschung eines brennenden Menschen durchexerzieren. Dabei harrten vier Freiwillige der Jugendfeuerwehr in teilweise unbequemen Lagen auf kaltem Boden und in dunklen Gruben als Verletzte aus.

Derweil beim Autounfall die Feuerwehr zur Bergung des Autofahrers nötig war, musste der beim Grubenunfall herbeigerufene Rettungsdienst zuerst einmal die Feuerwehr dazu holen, damit die Rauchsituation entschärft werden kann. "Bei diesen Übungen geht es neben der Rettung Dritter immer auch um den Schutz der eigenen Leute", erklärte Johannes Häberle.

Ebenso im Blick hatten Bischoff und Häberle den Einsatz von Atemschutzgeräten und der Drehleiter mit ihren vielfältigen Funktionen. Kohlenmonoxid ist immer häufiger ein Einsatzgrund, auch bei Selbstmorden, und das Gas ist einerseits tödlich und zugleich besteht Explosionsgefahr", erklärte Häberle. Ein Rettungsdienst erhält erst dann von der Feuerwehr Zugang zu Verletzten, wenn die Feuerwehr jede vom Kohlenmonoxid ausgehende Gefahr beseitigt hat. Die Grubenunfallübung am Samstag machte einmal mehr das Miteinander beider Dienste deutlich: "Braucht ihr noch eine Person hier unten? Fehlt noch etwas?" Fragen der Feuerwehrleute, die oberhalb der Grube warteten, bis der Rettungsdienst unten den Verletzten zur Bergung versorgt und vorbereitet hat.

Seltener zum Einsatz kommt die Drehleiter der Laichinger Wehr. Ein Grund mehr, ihre Funktionen durch Übungen im Gedächtnis zu behalten. So wurde am Samstag die Halterung für eine Trage der Drehleiter, sowie eine seilgebundene Rettung geprobt, wie sie bei Baugerüsten oder schwer übergewichtigen Menschen zum Einsatz kommen. Spektakulär auch der Übungseinsatz, bei welchem die Einsatzgruppen lediglich wussten: "Unfall in einer Gastronomieküche." Dass sie dort ein brennender Mensch erwartet, erfassten die Helfer - wie im realen Leben oftmals auch - erst am Einsatzort. "Nicht immer sind die Informationen von der Rettungsleitstelle präzise", sagte Peter Bischoff. Denn wenn Menschen unter Schock stehen oder nur schlecht deutsch sprechen, ist es für die Leitstelle oft schwer, genaue Informationen an Rettungsdienst und Feuerwehr weiterzuleiten. Eine rasche Erfassung der Situation für das korrekte Handeln sind daher ebenfalls zu üben.

Immer wieder ein Thema ist das Parken der Fahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst an den Einsatzorten. Die dürfen sich nicht gegenseitig behindern. "Die Feuerwehr muss für den Einsatz gewisser Gerätschaften in direkter Nähe stehen, aber der Rettungswagen darf keinesfalls zugeparkt werden", erläuterte Bischoff. Einblicke dazu erhielten die Teilnehmer in einem Vortrag von Martin Zeifang und praktisch übten sie das an einer Modellanlage. Übung macht den Meister - die 35 Leute von Feuerwehr und ASB samt Notärzten waren sich einig: Man muss immer, auch seltene Situationen, üben. Und der Austausch zwei Rettungseinsatzdiensten war gut und wichtig.