Heroldstatt Gemeinde will die Müllabfuhr nicht aus der Hand geben

„Die Gelbe Tonne ist ideal für die Alb“, meinte Gemeinderat Dietmar Frenzel.
„Die Gelbe Tonne ist ideal für die Alb“, meinte Gemeinderat Dietmar Frenzel. © Foto: Archiv
Heroldstatt / Jürgen Kühnemund 12.07.2018

Im Alb-Donau-Kreis besteht seit langem die Übereinkunft zwischen der Kreisverwaltung und den Kommunen, dass die Gemeinden das Einsammeln und Befördern von Abfällen in Eigenregie betreiben. Dieser Vertrag läuft noch bis zum 28. Februar 2022. Allerdings sind schon heute der Alb-Donau-Kreis  und der Landkreis Konstanz die einzigen Landkreise im Land, die die Abfallentsorgung so handhaben.

Das Landesabfallgesetz steht derzeit vor einer Novellierung, und dabei sei davon auszugehen, vor allem mit Blick auf die Einführung der Biotonne, dass eine Aufgabenübertragung auf die Kommunen, wie bislang, eher nicht beabsichtigt sei, führte Bürgermeister Stellvertreter Rudolf Weberruß in der jüngsten Gemeinderatssitzung aus.

Der Kreis hat zwischenzeitlich ein Organisationsgutachten für die Abfallentsorgung erarbeitet und bittet nun die Kommunen bis zum 15. August um eine Stellungnahme. Und die kam aus Heroldstatt besonders deutlich. Einmütig erklärte der Gemeinderat, dass die Aufgaben der Abfallwirtschaft bei der Gemeinde Heroldstatt bleiben sollten.

Das für und Wider hatte zuvor Kämmerer Werner Zimmermann erläutert. Behältergrößen und Abfuhrrhythmus seien da nicht das Thema, ganz anders sehe es bei den Gebühren aus. Heroldstatts verfeinertes Konzept werde über den Haufen geworfen, für die Bürger werde es auf jeden Fall teurer. Auch bei der Sperrmüllentsorgung sei der Abruf oder das Bringsystem ein Rückschritt. Besonders ärgerlich sei es, wenn die gelbe Tonne wegfalle, sagte Zimmermann. Und darüber konnte Bürgermeister Stellvertreter Rudolf Weberruß ein Lied singen: „Ich sehe in Münsingen immer wieder, wie es den gelben  Säcken bei Wind ergeht“.

Auch das Thema Wertstoffhöfe und Grüngutsammelplätze sieht Zimmermann bei der neuen Regelung kritisch. „Im Landkreis Göppingen ist von fünf Recyclinghöfen einer übrig geblieben. Sein Fazit: „Es wird teurer und der Service wird schlechter“.

Genau so sah es auch der Gemeinderat. Für Dietmar Frenzel ist „die gelbe Tonne optimal für die Alb“, Hans Barth wollte den Häckselplatz auf keinen Fall missen und für Michael Schaaf ist „das Heroldstatter System ideal auf die Bürger zugeschnitten“.

So wunderte es nicht, dass das Votum im Gemeinderat einstimmig ausfiel. Heroldstatt will auch künftig die Aufgaben der Abfallwirtschaft in eigener Regie ausüben, auf der Basis einer aktualisierten Vereinbarung.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel