Langenau Gehweg für Radler frei

KURT FAHRNER 06.11.2013
Die Anlieger sind mit den Plänen für die Bismarckstraße in Langenau einverstanden. Im Ausschuss ging es jetzt um die Breite des Geh- und Radwegs.

Ist eine Breite von zwei Metern genug für einen Gehweg, auf dem auch geradelt werden darf? Mit dieser Frage hat sich der Ausschuss für Technik und Umwelt des Langenauer Gemeinderats beschäftigt, als es am Montag um die Umgestaltung der Bismarckstraße ging. Stadtplaner Roland Gross war zunächst davon ausgegangen, dass der Gehweg 2,25 Meter breit ist und auf der Nordseite der Bismarckstraße für Radfahrer frei gegeben ist. Nach Rücksprache mit dem Verwaltungsverband Langenau als Verkehrsbehörde wurde der Planentwurf geändert. Demnach sind zwei Meter ausreichend, zumal dadurch der Grünstreifen auf der Südseite der Straße 25 Zentimeter breiter werden kann, was den dortigen Stellplätzen zugute kommt. Im Ausschuss war die Planänderung allerdings umstritten. Roland Riedlinger (Grünunabhängige Liste) hält den schmalen Weg für Fußgänger und Radler für gefährlich, auch wegen der vielen Grundstückszufahrten. Wenn Langenau eine fahrradfreundliche Stadt sein wolle, müssten auf der Straße für Radler Fahrstreifen reserviert werden, übte Riedlingers Fraktionskollege Nikolai Palaoro grundsätzliche Kritik. Ein für Radfahrer frei gegebener Gehweg sei die falsche Lösung.

Für Fahrradstreifen sei die Fahrbahn mit 5,50 Metern nicht breit genug, entgegnete Gross. Jedoch dürften Radler, die den kombinierten Weg nicht benutzen wollten, in der Tempo-30-Zone auf der Straße fahren. Bei dem recht geringen Verkehrsaufkommen von etwa 1000 Fahrzeugen am Tag sei das gefahrlos möglich. Mit fünf zu vier Stimmen schloss sich die knappe Mehrheit der Ansicht des Planers an.

Nachdem Grosses Entwurf für die Bismarckstraße erstmals Ende September im Gemeinderat vorgestellt worden war, lagen die Pläne zweieinhalb Wochen im Rathaus zur Einsicht aus. Außerdem wurden die Bürger in einer Veranstaltung informiert. "Die Anlieger befürworten den Ausbau", teilte Gerd Bühler vom Bauamt den Ausschussmitgliedern mit. Wie berichtet, soll die Ost-West-Verbindung zwischen Wörth- und Bahnhofstraße einschließlich Wasserleitung und Kanalisation erneuert werden. Im Zuge der Arbeiten, die für nächstes Jahr geplant sind, werden die etwa 70 Ahornbäume in der Straße gefällt. Vorgesehen ist, mindestens ebenso viele neue Bäume zu pflanzen. In Frage kommende Arten für die Grünstreifen auf beiden Straßenseiten will die Verwaltung den Gemeinderäten demnächst vorschlagen.