Region / Regina Frank Aus Anlass des Internationalen Frauentages prangert die Gewerkschaft NGG den Gender Pay Gap an.

In Ulm verdienen Frauen 21 Prozent weniger als Männer – wohlgemerkt Frauen, die in Vollzeit arbeiten. „Wir kommen seit Jahren nur millimeterweise voran“, sagt die Ulmer NGG-Chefin Karin Brugger. Aus Anlass des Internationalen Frauentages am 8. März rückt ihre Gewerkschaft (Nahrung-Genuss-Gaststätten) die nach wie vor bestehenden Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern in den Fokus. Grundlage ist eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

Demnach kommen Ulmer mit einer Vollzeitstelle auf ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 4019 Euro im Monat – Ulmerinnen hingegen nur auf 3186 Euro. Im Alb-Donau-Kreis verdienen Frauen 20 Prozent weniger als Männer. Das entspricht genau dem durchschnittlichen Verdienst­unterschied im Land Baden-Württemberg.

Frauen in niedrigeren Positionen

Die Ungleichheit liegt teilweise an niedrigeren Positionen, die Frauen oft innehaben, aber auch daran, dass Berufe, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, schlechter bezahlt sind. Also an strukturellen Effekten. Mitunter wird auch weniger Gehalt für gleiche Arbeit bezahlt. Die bereinigte Lohnlücke liegt nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts bei sechs Prozent.

Im Kreis Neu-Ulm ist die unbereinigte Lücke noch etwas ausgeprägter. Dort verdienen Frauen 24 Prozent weniger als Männer. Die kommen auf ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 3692 Euro pro Monat – Frauen nur auf 2799 Euro. In Bayern beträgt der Unterschied zwischen den Geschlechtern 17 Prozent.

Auswirkungen auf Rente

Problematisch ist indes nicht allein die  aktuelle Lohnungleichheit. Es geht auch um die spätere Rente. „Wer über Jahrzehnte wenig verdient und etwa wegen Kindern Unterbrechungen im Erwerbsleben hat, der bekommt kaum Rentenpunkte“, betont die NGG. Das führe zu Armutsrenten, die der Staat aufstocken muss.

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger ist dafür, den Internationalen Frauentag am 8. März nach dem Vorbild Berlins zum gesetzlichen Feiertag zu erklären.