Aktion Gegenseitiges Zusammenspiel einüben

Glückliches Ende einer Suche: Rettungshund Balu hat die vermisste Person entdeckt.
Glückliches Ende einer Suche: Rettungshund Balu hat die vermisste Person entdeckt. © Foto: Kurt Högerle
Kirchberg / Kurt Högerle 06.09.2018

Eine Übung der besonderen Art hat am Samstagnachmittag im Kirchberger Forst stattgefunden: Hundeführer hielten dabei eine gemeinsame Übung mit der Kirchberger Feuerwehr ab. Initiator war Kirchbergs Kommandant Jürgen Hermann. Das Übungsszenario, an dem auch die Nachbarfeuerwehr Gutenzell teilnahm, sah so aus: Eine Person wird im Wald vermisst, beide Feuerwehren werden gerufen, und auch die Hundestaffel des Landkreises Biberach, die im Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) organisiert und in Orsenhausen stationiert ist, sollte mithelfen.

Feuerwehren haben sehr kurze Alarmierungszeiten. Binnen Minuten sind sie vor Ort. Ganz anders dagegen die Hundestaffeln, deren Mitglieder zwar auch über Piepser jederzeit alarmiert werden können, die aber erst von ihrem Arbeitsplatz nach Hause fahren, wo sie ihre Hunde halten. Daher sind eine Stunde oder etwas mehr übliche Zeiten, wie Einsatzleiter Uli Görbel erklärte.

23 Kirchberger und 25 Gutenzeller Feuerwehrleute, die laut Drehbuch bereits nach Minuten vor Ort waren, durchkämmten zunächst teils extrem unwegsame Waldstücke. Das war für alle Beteiligten ein ungewohnter Kraftakt. Im zugewachsenen Teil des Waldes brauchten sie dazu deutlich mehr Zeit als in verhältnismäßig offenem Gelände. Schlussendlich wurden sie aber fündig.

Im zweiten Teil der Übung kamen dann die Hundeführer zum Einsatz. Was für die Feuerwehrleute harte Arbeit und sehr zeitaufwändig war, war für die Hunde im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiel: Innerhalb von Minuten hatten sie die Opfer lokalisiert und ihre Besitzer mit lautem Bellen auf ihren Fund aufmerksam gemacht. Ziel der Übung war das Zusammenspiel zwischen Feuerwehr und Hunderettung einzuüben, denn vergleichbare Übungen gab es bis Samstag noch keine. Man kenne sich nicht, sagte eine Hundeführerin. Oft vergingen vier oder fünf Stunden, bis die Verantwortlichen überhaupt auf die Idee kämen, die Hundestaffeln zu alarmieren.

In einem weiteren Übungsziel sollte herausgefunden werden, wer welche Aufgaben bei einer Rettung besser bewältigt, und wie Feuerwehr und Hunderetter einander ergänzen können. So sind beispielsweise die Hundeführer stets mit Sanitätern unterwegs, die sehr professionell Erste Hilfe leisten. Auf der anderen Seite verfügen Feuerwehren über ein großes Arsenal an Gerätschaften und haben mehr Erfahrung darin, Verletzte aus einer schwierigen oder gar gefährlichen Situation zu bergen.

Alex Pfeiffer, eine der Hundeführerinnen, wertete es schon als großen Erfolg, dass diese Übung überhaupt zustande kam: „Die Ausbildung der Hunde ist langwierig, das Training zeitintensiv und die Belastung von Mensch und Tier enorm, besonders, wenn wir nach Dementen oder Suizid-Gefährdeten suchen müssen.“ Nach so einer großangelegten Übung werde die Arbeit besser wahrgenommen. „Vielleicht können wir auf diese Weise auch mehr Nachwuchs gewinnen“, blickte sie hoffnungsfroh in die Zukunft.

Hunderettungsstaffel des ASB

Helfer Wenn Menschen verloren gehen, schlägt die Stunde der Hunderettungsstaffel. Im Landkreis Biberach ist das die Hundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Orsenhausen. Es sind die stillen Helfer, die mit ihren Hunden auf die Suche nach vermissten Personen gehen, und das passiert häufiger als man denkt: Schon 18 Mal sind die Hunderetter dieses Jahr ausgerückt. Meistens sind es Demente, die vermisst werden, oder Menschen, die einen Selbstmord angekündigt haben, die die Helfer auf den Plan rufen. Manchmal verlaufen sich auch  Kinder aus Zeltlagern. Dann wird ebenfalls die Staffel gerufen. Die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren ist nach Aussagen aller Beteiligten aber noch zu wenig ausgebildet. Mitmachen kann jeder, der einen freundlichen, intelligenten Hund mittlerer Größe besitzt. Allerdings kann man sich auch ohne eigenes Tier engagieren, indem man sich zum Helfer ausbilden lässt.

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