Mit einer Benutzungssatzung will die Stadt Laichingen den Missbrauch von Spielplätzen unterbinden. Sie sind zunehmend zu nächtlichen Jugendtreffs geworden. Es werden wilde Partys gefeiert, zurück bleiben entsprechend unappetitliche, teils für Kinder gefährliche Hinterlassenschaften. „Wir können es nicht mehr akzeptieren, in welchen Zuständen die Spielplätze oftmals am Tag danach angetroffen werden“, sagte Bürgermeister Klaus Kaufmann im Gemeinderat. Die Spielplätze sollen für die, für die sie gemacht sind, nämlich Kinder, in ordentlichem und sauberen Zustand bleiben und die von nächtlichem Lärm geplagten Nachbarn sollen entlastet werden. Das will Laichingen mit einer Benutzungsordnung erreichen, die von der Zweckbestimmung über das Aufenthaltsrecht bis hin zu Öffnungszeiten alles genau definiert.

Demnach dürfen künftig ausschließlich Kinder unter sechs Jahren in Begleitung von Erwachsenen sowie Jugendliche bis 14 Jahre die Spielplätze nutzen. Ebenfalls festgelegt wird die Öffnungszeit, die sich am Tageslicht orientiere, wie Bürgermeister Klaus Kaufmann dem Ratsgremium erläuterte: Während der Sommermonate April bis September sind die Plätze von morgens acht bis abends neun Uhr geöffnet, in den Wintermonaten von neun
bis 19 Uhr.

Feuer und Alkohol verboten

Besonders detailliert sind die Regeln für die Nutzung. So ist es untersagt, Bänke zu entfernen, die Plätze mit Fahrrädern oder motorisierten Fahrzeugen zu befahren, es dürfen keine Feuer entfacht oder Feuerwerkskörper abgebrannt werden, Musikgeräte oder Instrumente, die Lärm verursachen sowie das Trinken von Alkohol sind nicht erlaubt, scharfkantige Gegenstände, die zu Verletzungen führen können,  dürfen nicht in die Plätze gebracht werden. Und schließlich braucht es eine Genehmigung der Stadt, sollten auf diesen Plätzen Waren oder Leistungen verkauft oder erworben werden.

Aus dieser Latte von Regularien spricht viel negative Erfahrung, die sich auch im scharfen Ton des Bürgermeisters spiegelte, als er betonte: „Wir nehmen das nicht mehr hin.“ Mit der Satzung hat die Stadt ein juristisches Mittel in der Hand, kann Zuwiderhandlungen als Ordnungswidrigkeit ahnden. Kaufmann unterstrich, dass gezielt gegen die bisherigen Unruhestifter vorgegangen werden soll, die Polizei habe ihre Bereitschaft zu Kontrollen zugesichert. Hauptamtsleiter Stefan Binder beruhigte manchen argwöhnischen Stadtrat. Polizei und die Ordnungsbeamtin drückten sicher ihre Augen zu, wenn Kinder auch mal eine halbe Stunde nach der Öffnungszeit noch auf dem Platz sind oder mit dem Fahrrad dort herumfahren.  Die letzte Entscheidung, ob gegen eine Ordnungswidrigkeit vorgegangen werde, obliege immer noch der Verwaltung.

Martin Grötzinger (BWV) schlug vor, diese Benutzerordnung auch auf Schulhöfen anzuwenden, denn dort herrschten vielfach ähnliche Zustände. Kaufmann verwies auf die Möglichkeit des Platzverweises durch die Polizei. Die neue Satzung wurde vom einstimmig beschlossen. Betroffen sind sieben öffentliche Spielplätze in der Stadt, zwei in Suppingen, drei in Machtolsheim und einer in Feld-
stetten.