Mehrzweckhalle Mehrzweckhalle: Gefällig, aber nicht billig

So sieht die Halle von Westen her betrachtet aus.
So sieht die Halle von Westen her betrachtet aus. © Foto: Architekturbüro Völk
Thomas Steibadler 02.12.2017
Die Kosten für das Vorhaben in Dornstadt-Scharenstetten nähern sich der Fünf-Millionen-Euro-Schwelle.

Im Sommer oder Herbst nächsten Jahres soll mit dem Bau der Mehrzweckhalle in Scharenstetten begonnen werden. Voraussichtlich 18 Monate später steht die Eröffnungsfeier an. So sieht der Zeitplan der Verwaltung aus, nachdem der Dornstadter Gemeinderat am Donnerstagabend die Entwurfsplanung von Architekt Dieter Völk einstimmig genehmigt hat.

Ein nach Ansicht von SPD-Gemeinderat Paul Anhorn überfälliges Projekt. Schon vor 30 Jahren sei den Bürgern in Scharenstetten eine Halle versprochen worden. Nun sei es an der Zeit, „dass wir endlich zu Potte kommen“. Gleichzeitig stellte Anhorn fest, dass die Einlösung des Versprechens ihren Preis hat: „Wir kommen an die fünf Millionen ran.“

Die aktuelle Kostenschätzung für das Gebäude liegt bei etwas mehr als 3,9 Millionen Euro. Gegenüber der Schätzung von vor drei Jahren eine Steigerung um 700 000 Euro. Gründe sind zum Beispiel der Einbau eines Aufzugs, das größer als im Vorentwurf geplante Foyer, eine Kletterwand und ein Trennvorhang zur Aufteilung der 28 mal 16 Meter großen Hallenfläche.

Hinzu kommen voraussichtlich 700.000 Euro für die Straßenerschließung. Von der Landesstraße 1243, der Luizhauser Straße, her wird eine neue, 5,50 Meter breite Zufahrt gebaut. In der Landesstraße selbst gibt es eine Spur für Linksabbieger aus Richtung Luizhausen. Die bisherige Zufahrt zu den Vereinsheimen, der Heideweg, wird für Kraftfahrzeuge gesperrt, bleibt als Geh- und Radweg aber offen. Dadurch sollen die Anlieger vom Verkehr zur Halle und den Vereinsheimen entlastet werden. Auch die direkte Anbindung des Schlehenwegs an die L 1243 wird gekappt.

Bei der Halle wird ein Parkplatz für 40 Pkw angelegt. Dieser und die Gestaltung der Außenanlage sind laut Architekt Völk nicht in den 700.000 Euro für die Erschließung enthalten.

In der bisherigen Finanzplanung der Gemeinde ist die Halle mit etwa drei Millionen Euro enthalten. Das sei erstens aber eine grobe Schätzung und zweitens das Minimum für ein solches Projekt gewesen, sagte Bürgermeister Rainer Braig. Aus diesem Grund könne jetzt auch nicht von Mehrkosten von einer Million Euro gesprochen werden.

Auch wenn die Halle fast Passivhaus-Standard erreiche, wie Braig sagte, muss geheizt werden. Der Gemeinderat entschied sich für eine Pelletsheizung. Die kostet zwar etwas mehr als eine Wärmepumpe samt Flüssiggasbrenner zur Abdeckung der Verbrauchsspitzen. Nach der Berechnung eines Fachbüros sind die Verbrauchskosten aber niedriger. Und: Der CO-2-Ausstoß beträgt demnach nur 3,6 Tonnen pro Jahr gegenüber 28 Tonnen bei der Pumpe-Gas-Heizung.

Auf Grundlage der beschlossenen Entwurfsplanung beantragt die Gemeinde jetzt die Baugenehmigung für die Halle.

Photovoltaik aufs Dach?

Nachrüstung Eine Photovoltaikanlage ist auf dem Dach der Mehrzweckhalle in Scharenstetten bisher nicht geplant. Technisch sei das aber machbar, erfuhr Gemeinderat Joachim Schmutz (CDU/BWV) auf seine Nachfrage beim Fachplaner. Dann solte das auch näher geprüft werden, sagte Bürgermeister Rainer Braig.