Stipe Šegota (50) aus Zag­reb in Kroatien hat für diesen Abend sein Plätzchen auf dem A-8-Rastplatz Aichen gefunden. Er ist auf dem Weg nach Saarbrücken. Gegen Nachmittag am Mittwoch hat er seine Fahrt abgebrochen. „Es ist schlimm, um 16 Uhr musst du schon schauen, ob es mit Parkplatz oder Lenkzeiten hinhaut.“ Wenn nicht, „ist nach fünf Schluss mit lustig“.  Wer keinen regulären Platz bekommt, irrt suchend herum – Liefertermin und Ruhezeiten im Nacken. Marcel Soimu  (38) und Marius Buduran (57), mit ihren Tiefkühl-Trucks unterwegs nach Italien,  haben ihren Ausweg gefunden: schlafen am Tag, fahren in der Nacht, samstags und sonntags Deutschland meiden. „Am Wochenende ins Hotel gehen, ist zu teuer“, sagt Marius Bogdan (57), der sich mit seinen rumänischen Landsleuten und Kollegen zu einem Vesper in Aichen getroffen hat.

Peter Keller (62), für seine Spedition im innerdeutschen Warentransport unterwegs, schläft normalerweise zuhause. Aber wenn ein Stau dazwischenkommt, kann es eng werden. Deshalb hat er an diesem Tag zwei Stunden früher Schluss gemacht und übernachtet im Truck, um nicht in Kalamitäten zu kommen. „Pech.“ Mehr Parkplätze für Lkw wünscht er sich, räumt aber ein, dass es besser wird. Ist das Problem lösbar? „Na ja.“ Die Ost-West-Verbindungen sind zu einem rollenden Warenlager geworden „mit den bekannten Auswirkungen wie Überlastung und Chaos im Verkehrsgeschehen“ – und einem veränderten Berufsbild. Seit 42 Jahren ist er in dem Job, „und ich bin froh, dass ich schon 62 bin, die goldenen Zeiten für den klassischen Berufskraftfahrer sind vorbei.“