Klinik Geburtshilfe: Demo am Freitag

Langenau / SWP 03.05.2017

 „Ein Kreißsaal ist keine Legebatterie! Für Geburt mit Würde und Selbstbestimmung!“ So lautet der Slogan von Müttern und Vätern aus und um Langenau, die die von der ADK GmbH für Gesundheit und Soziales kürzlich bekannt gegebene Schließung der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe im Langenauer Krankenhaus „nicht stillschweigend hinnehmen“ wollen. Stattdessen wolle man dem „Unmut darüber in einer Demo vor dem Krankenhaus am Freitag, 5. Mai, ab 14 Uhr Ausdruck verleihen“, teilt Tanja Erhardt für die Gruppe mit. Organisiert werde die Kundgebung von einigen Müttern aus Geburtsvorbereitungskursen und Rückbildungskursen sowie von Müttern, die in Langenau entbunden haben. „Wir alle haben eine schöne und vor allem familiäre Entbindung in Langenau erlebt“, teilt die Gruppe mit. Man wolle dafür kämpfen, dass die Gynäkologie in Langenau nicht einfach geschlossen wird.

Investitionen an anderer Stelle

Wie berichtet, muss die kreiseigene ADK-GmbH den Landeskrankenhausplan umsetzen und die Geburtshilfestation zum 1. Juli schließen. Dafür sollen in den Standort an anderer Stelle 7,6 Millionen Euro investiert werden: Entstehen sollen bis 2020 eine interdisziplinäre Ambulanz mit Not­aufnahme, eine Abteilung für Intensivpatienten und eine ausgebaute Rheumatologie. Außerdem soll bald ein Computertomograph installiert werden.

Die Argumente des Landessozialministeriums für die Schließung in Langenau: Die Fachabteilung gehöre zu den geburtenschwächsten in Baden-Württemberg – mit Geburtenzahlen zwischen 267 und 299 pro Jahr. Weniger als 500 Geburten pro Jahr rechtfertigten in der Regel keine isolierte Geburtskliniken ohne angeschlossene Kinderklinik. Zudem sei die geburtshilfliche Versorgung auch ohne den Standort Langenau gewährleistet. Das Alb-Donau Klinikum sei als „einheitliches Krankenhaus“ mit Betriebsstellen in Ehingen, Blaubeuren und Langenau ausgewiesen. Es sei unzulässig, in einem einheitlichen Krankenhaus Abteilungen eines Fachgebiets parallel vorzuhalten.

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