Kostenersatz Gebührenerhöhung für Obdachlose

Illerkirchberg / Franz Glogger 03.08.2018

Soll die Gemeinde von Obdachlosen und Flüchtlingen den gesetzlich möglichen vollen Kostenersatz verlangen oder Abschläge einräumen? Vor dieser Frage stand der Gemeinderat Illerkirchberg in seiner jüngsten Sitzung. Nach der von der Verwaltung vorgelegten Kalkulationen entsprechen 295 Euro je Platz und Monat einer 100-prozentigen Deckung. Bislang wurden 153 Euro berechnet.

„Ein heikles Thema“, meint Giuseppe Lapomarda und räumte ein, dass die Erhöhung recht kräftig ausfalle. Aber die Gebühr entspreche den tatsächlichen Kosten, und es gebe andere Bedürftige, die seitens der Gemeinde nicht finanziell entlastet würden. Klar war die Tendenz im Gremium, dass die Gebühr angehoben werden muss, denn, wie den Wortmeldungen zu entnehmen war, sei die bisherige Gebühr seinerzeit geschätzt worden. Weiter wurde beklagt, dass die Verbräuche für Strom, Wasser, und Heizung enorm gestiegen seien. Sie entsprächen nicht annähernd dem, was in einem durchschnittlichen Haushalt verbraucht wird. So sah Reiner Frohmüller die Anpassung als „notwendig“ an, sprach sich aber gegen den vorgeschlagenen Sprung aus, der eine Verdoppelung bedeute. Der Gemeinderat schlug vor, mit 80 Prozent gewissermaßen einzusteigen und die Entwicklung zu beobachten, sprich, ob die Verbräuche zurückgehen. Einstimmig beschloss das Gremium 80 Prozent der rechnerischen Obergrenze zu berechnen.

Ob es bei den 295 Euro bleiben wird, muss jedoch nochmals überprüft werden, teilte Bürgermeister Anton Bertele inzwischen mit. Er vermute einen Rechenfehler. Die „Angelegenheit“ werde deshalb nochmals auf die Tagesordnung gesetzt. Die nächste Sitzung ist am 20. September.

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