Bürgermeisterwahl Erbach Gaus setzt sich klar gegen Herausforderer Schrade durch

Erbach / Franz Glogger 08.10.2018
Achim Gaus ist „überglücklich“: Er bleibt Erbacher Bürgermeister. Wolfgang Schrade erhielt ein Drittel der Stimmen.

Als der Musikverein „Stadtkapelle“ Erbach den Marsch „Laridah“ schmettert, befinden sich die rund 150 Besucher der Wahlparty in und vor dem Rathaus bereits in Feierlaune. Auch die beiden Bewerber um den Bürgermeisterposten, Amtsinhaber Achim Gaus und Herausforderer Wolfgang Schrade machen einen aufgeräumten Eindruck. Das dürfte nur äußerlich gewesen sein, denn gerade mal zehn Minuten ist es her, dass das vorläufige Ergebnis feststeht. 63 Prozent bedeuten für Gaus, dass er mit einer zweiten Amtszeit planen kann. Amtsinhaber Gaus sagt nach einem anstrengenden Wahlkampf: „Ich bin überglücklich, die Hürde zum Weitermachen genommen zu haben.“

Auch die rund 46 Prozent Wahlbeteiligung seien ein gutes Ergebnis: „Ich habe mir 40 Prozent plus gewünscht“, erklärt Gaus. Eine Beteiligung, die in Kommunen von der Größe Erbachs als nicht selbstverständlich gelte, fügt er später in seiner Ansprache vor dem Rathaus hinzu. Er nehme aber auch das Ergebnis seines Herausforderers „mit“, der als kommunalpolitischer Neuling mehr als ein Drittel der Stimmen eingeheimst hat. Die jetzige Wahl sei nach acht Jahren die erste direkte „Rückkopplung“, die erste Gelegenheit zu reflektieren gewesen.

Gaus zieht Konsequenzen

Hieraus möchte Gaus Konsequenzen ziehen, um „besser zu werden“. „Denn das möchte ich, um auch dieses Drittel zu überzeugen, dass die heutige Wahl die richtige Entscheidung war“, sagt Gaus. Der heutige Montag werde wohl noch nicht von Arbeit geprägt sein. Aber dann gehe es nahtlos weiter. In Erbach stünden große Projekte an, die die Kommune weiterbringen werden. Hierbei werde er sich engagiert und mit ganzer Kraft einbringen, verspricht er.

„Im Namen des Gemeinderats und persönlich“, gratuliert der stellvertretende Bürgermeister und Leiter des Wahlausschusses Constantin von Ulm-Erbach. Die Wiederwahl komme nicht „von ungefähr“. Sie sei der Lohn für Gaus`Arbeit in den acht Jahren. „Wir schätzen Ihre Kompetenz, Ihren Fleiß und Ihr gutes Miteinander im Stadtrat und in der Verwaltung sehr.“

Schrade zeigt sich enttäuscht

Wolfgang Schrade gehört zu den ersten Gratulanten. Sportlich wünscht er Gaus für die kommenden Aufgaben ein gutes Händchen. Seinen „tollen Erfolg“ habe er selbst auch seiner Familie zu verdanken, die ihn begleitet,  ihm den Rücken gestärkt hat. Selbstredend sei er zunächst etwas enttäuscht, denn wer zu einer Wahl antritt, möchte sie auch für sich entscheiden, „wenn auch statistisch gesehen die Hürde sehr hoch war“, sagt Schrade.

Gewinner sei der Wähler, der eine Auswahl gehabt habe und die Stadt, die durch einen echten Wahlkampf von außen stärker wahrgenommen worden sei, ergänzt der Erbacher. „Und sie hat Themen bekommen, die auch in der Kommunalwahl im kommenden Jahr eine Rolle spielen werden“, meint der 48-Jährige.

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