Seit 125 Jahren wird in Dietenheim Fasnet gefeiert. Wie vielfältig die Ranzenburger Narretei sein kann, zeigte der Hofball am Samstag. „In eine besondere Kampagne werden wir heuer starten“, versprach Hofmarschallin Melanie Reuter den rund 500 Gästen in der Narrhalla – „denn unser närrisches Städtchen pflegt seine Traditionen schon seit vielen Generationen“. 125 Jahre gehen die Ranzenburger Bräuche zurück, dies werde gefeiert Stück für Stück. „Mit einer Reise durch vergangene Narrenzeiten wollen wir euch heute die größte Freude bereiten“, kündigte die Zunftmeisterin das Ballprogramm an.

Und auch Prinzessin Melanie III. und Prinz Manne II. zeigten sich voller Vorfreude auf die gerade begonnene Saison: „Bei 125 Johr dürfet mir regiera, mir freiat uns, dass mir kennat hier aufmarschiera. Mir send bereit, zamma hand mir bestimmt a geile Fasnetszeit.“ Den großen Regenten machten es Kinderprinzessin Hannah I. und Kinderprinz Sebastian I. nach: „Wir freuen uns auf die Kampagne mit euch, denn Fasnet ist, was den Ranzenburger freut“.

Dass letzteres zutrifft, zeigte das kurzweilige Programm. Den Auftakt machten die Ranzenburger Hexen unter Zunftmeisterin Nicola Nehmer mit ihrem Maskentanz. Die Akrobatik begeisterte das Publikum und es gab immer wieder spontanen Szenenapplaus. Auch die Kinderprinzengarde gewann die Herzen des Publikums in Nu, so dass die Tänzer um eine Zugabe nicht drum herum kamen.

Geschichtsstunde im Rössle

Apropos Kinderschuhe: In denen steckte die Ranzenburger Fasnet im Jahr 1892 noch selber. Dietenheim hieß nicht Ranzenburg und es gab auch kein bedeutendes närrisches Brauchtum. Über die Jahre hinweg entwickelte sich das Bewusstsein für die fünfte Jahreszeit, fanden die drei Moderatoren Sebastian Graf, Bürgermeister Christopher Eh und Jürgen „Beppo“ Schenk bei ihren Recherchen heraus. Als Szenerie für die Geschichtsstunden diente die fiktive Theke des längst geschlossenen Gasthaus Rössle. Zwischen den Lektionen zur Vergangenheit gab es erfrischende Tänze der Jugendgarde, der Feuerwehrgarde und einer Kombi aus Kinder- und Prinzengarde. Allesamt wurden die Auftritte umjubelt. Als der ganze Stolz der Ranzenburger Narrenzunft, die Prinzengarde, nach rund zwei Stunden Programm die Bühne betrat, war die Stimmung noch immer großartig und es gab Standing Ovations zum Programmschluss.

Auf der Tanzfläche zum Sound von ComboSix und in der großen Bar im Foyer der Narrhalla feierten die Mäschkerle bis weit nach Mitternacht weiter. Das nächste Mal öffnet der „Tempel der Narretei“ am 19. Februar zum Jubiläums-Frühschoppen der Narrenzunft.