Alles im Griff Wie man Glasscheiben am besten putzt

BEACHTEN: NPG-LIZENZ 427729084 Fenster, Tuch, Hand, wischen, reinigen, Schmutz before and after concept - close up of female hand cleaning window with special rag Download am 10.08.2018 für Loka Foto: © Di Studio/Shutterstock.com
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Blaubeuren / Regina Frank 13.08.2018

Ob ein Fenster sauber ist oder nicht, ist weder lebenswichtig noch entscheidend fürs Lebensglück. Aber saubere Fenster sorgen für ein gewisses Hochgefühl, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie das Rauminnere in einem angenehmeren Licht erscheinen lassen. Es gibt tausend Ratschläge, wie man am besten vorgeht, welcher Lappen, welches Putzmittel, welche Gerätschaft zum besten Ergebnis führt. Wer sollte das aber besser wissen als eine Museumsdirektorin? Drücken sich doch an den Vitrinen die Besucher die Nasen platt. Nasen, die naturgemäß mit einer Fett-Schicht auf der Haut ausgestattet sind. Die Folge: Fett-Flecken! Den gleichen Effekt haben Kinderhände. Man spricht dann auf gut Schwäbisch von Dabbern. Und die Hitze macht alles noch schlimmer.

Geputzt wird mit Citrusreiniger

Stefanie Kölbl, die Chefin des Urgeschichtlichen Museums in Blaubeuren, muss einerseits lachen, wenn sie an die Nasenabdrücke denkt. Es sei ja gut, dass die Leute so nah ran gehen und so fasziniert sind – vor allem von der Venus – , so sehr, dass sie die Glasscheibe nicht mehr bemerken. Andererseits müssen die Dabber wieder weg. Und das geht im Urmu so: Geputzt wird mit Citrusreiniger. „Damit lassen sich perfekt fettige Spuren entfernen“, sagt Kölbl. Mindestens so entscheidend für ein gutes Ergebnis ist ein fusselfreies Tuch. Solche Tücher werden vom Reinigungsteam des Museums wohlgemerkt selbst zugeschnitten: aus alter Bettwäsche, die schon viele Male gewaschen wurde und infolgedessen nicht mehr fusselt. Kölbl: „Ein altes, gutes Leinen-Küchentuch geht auch.“ Wenn man zum Zuschneiden eine so genannte Zickzackschere verwendet, fransen die Kanten nicht aus und das Einsäumen erübrigt sich.

Kölbl hat schon lange Erfahrung mit Vitrinen und Nasenabdrücken, sie ist seit 18 Jahren Chefin des Urmu. Früher hätte man gesagt: Kustodin. Das klingt etwas verstaubt, zugegeben, und passt nicht mehr in die heutige Museumslandschaft, die es sich gar nicht mehr leisten kann, verstaubt zu sein wie ein Kuriositätenkabinett im 19. Jahrhundert.

Heutzutage geht es ums Begreifen. Kölbl: „Begreifen hat mit Anfassen zu tun.“ Siehe: Dabber.

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