Moment mal Fußweg als knifflige Aufgabe

Über eine Gehweg-Trasse zerbrechen sich die Ramminger Räte den Kopf.
Über eine Gehweg-Trasse zerbrechen sich die Ramminger Räte den Kopf. © Foto: Kurt Fahrner
Rammingen / Kurt Fahrner 06.07.2018

Mit einem Seitensprung müssen sich Wanderer und andere Fußgänger auf der Gemeindeverbindungsstraße von Rammingen nach Lindenau mitunter in Sicherheit bringen. Manche Autofahrer scheinen es in Richtung Ausflugsgaststätte oberhalb des Lonetals doch sehr eilig zu haben. Zudem hat der vor einem Jahr verliehene Welterbe-Titel den Bekanntheitsgrad von Hohlenstein-Stadel und Vogelherdhöhle deutlich in die Höhe getrieben. Und mit der vom Landratsamt bejubelten touristischen Aufwertung (siehe Bericht ganz links) hat auch der Verkehr auf der schmalen Straße zugenommen.

Das entging natürlich dem Ramminger Bürgermeister Karl-Friedrich Häcker und den Gemeinderäten nicht. Ein Gehweg wäre geschickt, zumal auch gleich der Weiler Lindenau mit Glasfaserkabel für schnelles Internet versorgt werden könnte. Gestützt auf Schätzungen hat der Gemeinderat bereits im vergangenen Jahr  192 000 Euro für das Projekt im Haushalt der Kommune verankert. Der Haken dabei: Für den zweieinhalb Kilometer langen Gehweg neben der Straße müsste erheblicher Grunderwerb getätigt werden. Ein Ding der Unmöglichkeit. Resignieren kommt für Häcker und die Räte jedoch nicht in Frage. Also haben sie sich kürzlich aufgemacht, um an Ort und Stelle alternative Trassen zu erkunden. Unter weitgehender Verwendung des bestehenden Feldwegenetzes zwischen Rammingen und Lindenau. Dabei reifte die Erkenntnis: Auch in diesen Fällen wären Grunderwerb beziehungsweise Durchgangsrechte für private Flurstücke unerlässlich.

Unabhängig von möglichen Lösungen kam zudem die Frage auf, welchen Ausbau-Standard ein Gehweg zu erhalten habe, um angenommen zu werden. Und dass ein Fußweg abseits der Verbindungsstraße nicht die kürzeste Wegstrecke darstelle müsse auch ins Kalkül gezogen werden, stellen die Räte fest.

Kein Wunder, dass angesichts so vieler offener Fragen kein Beschluss gefasst wurde. Aber man sieht: Rammingen ist auf dem Weg.

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