Archäologie Fundstücke sind Eigentum der  Stadt Ulm

Der Löwenmensch kehrte 2013 in dieser Kiste restauriert und komplettiert ins Ulmer Museum zurück.
Der Löwenmensch kehrte 2013 in dieser Kiste restauriert und komplettiert ins Ulmer Museum zurück. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / Petra Laible 06.04.2018

Wem gehört der Löwenmensch, dieses rund 40 000 Jahre alte Eiszeit-Kunstwerk? „Die Besitzrechte sind eindeutig geklärt“, sagt Kurt Wehrberger, Kurator Archäologie im Museum Ulm. „Er ist Eigentum der Stadt Ulm.“ So wie die gesamte Sammlung des Tübinger Urgeschichtsforschers Robert Wetzel (1898 - 1962). Das sei 1956 in einem Schenkungsvertrag festgehalten worden. Im Magazin des Museums befänden sich hunderte von Kisten mit Fundmaterialien vom Hohlenstein-Stadel und aus der Bocksteinhöhle.

Fragmente des Löwenmenschen waren bei Ausgrabungen unter der Leitung Wetzels im Hohlenstein-Stadel im Lonetal gefunden worden. Die Arbeiten mussten 1939 kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs abgebrochen werden. Die Grabungsfunde wurden in Tübingen aufbewahrt, teilweise in alten Zigarrenkisten. Wetzel habe im Lonetal „als Privatier“ und nicht im Auftrag der Uni Tübingen gegraben, erklärt Wehrberger. Weshalb dieser die Fundstücke als seinen Besitz betrachtete.

In den 70er Jahren sei die Handhabung per Gesetz neu geregelt worden: Funde mit einer herausragenden wissenschaftlichen Bedeutung gehören seither der Allgemeinheit, das heißt dem Land. „Dadurch entstand eine skurrile Situation“, erzählt Wehrberger. Denn die Neufunde, weitere Fragmente des Löwenmenschen, gehörten somit dem Land, der restliche Teil der Figur gehörte der Stadt Ulm. Mit einer „Eigentumsübertragung“ des Landes an die Stadt Ulm sei dieser Fall gelöst worden.

Die Gemeinde Asselfingen jedenfalls, auf deren Gemarkung sich der Fundort des Löwenmenschen befindet, hat mit den Besitzrechten am Löwenmenschen nichts zu tun.

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