Am Dienstag vergangener Woche hat der Blausteiner Gemeinderat einem Konzept zugestimmt, das das Steinzeitdorf Ehrenstein erlebbar machen soll. Jetzt haben die Stadt Blaustein und der Förderverein Steinzeitdorf mit dem teilweisen Abtrag eines ehemaligen Schlamm-Absetzbeckens begonnen. Bereits am Montag war ein Bagger im Einsatz gewesen mit einer besonderen Mission: Umsetzung von Orchideen.

Auf dem längst erhärteten Kalkschlamm des Absetzbeckens, das dem Park-Konzept im Weg steht, blühten im vergangenen Jahr nach der Rodung von Gehölz vier Arten von Orchideen, vor allem das Helm-Knabenkraut. Der BUND Blaustein konnte sich mit seinem Vorschlag, deswegen die Fläche des Parks zu verschieben, nicht durchsetzen. In Gesprächen sei vereinbart worden, den Bestand ein bis zwei Jahre lang zu beobachten, Samen zu gewinnen und ohne Zeitdruck ein Konzept zu erarbeiten, sagt die Blausteiner BUND-Vorsitzende Gerlinde Gröschel-Jungwirth. Jetzt seien Orchideen im Schnellverfahren versetzt worden, kritisiert auch die Blausteinerin Diana May, die in der Nabu-Gruppe Ulm aktiv ist.

Es habe keine Zusage der Stadt gegeben, erst in ein oder zwei Jahren mit den Arbeiten zu beginnen, sagt Bürgermeister Thomas Kayser. Ziel sei, schon zur Landesausstellung 2016, die sich dem Thema Pfahlbauten widmet, einen Teil des Geländes begehbar zu machen. Dem Artenschutz werde durchaus Rechnung getragen.

Karl-Heinz Glöggler von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt verweist auf die Auflage, die Orchideen mitsamt Erdmasse zu versetzen und den neuen Standort - es ist ein verbleibender Damm am Rand des Geländes - zu pflegen.