Natur Freude über Schwalben im Stall

Peter Thoma vom Nabu überreicht Jochen Baumgärtner (rechts) die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“.
Peter Thoma vom Nabu überreicht Jochen Baumgärtner (rechts) die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“. © Foto: Nabu
Widderstall / jos 09.06.2018

Schwalben haben es nicht leicht. Insekten als Nahrungsgrundlage werden weniger, es fehlt an geeigneten Brutmöglichkeiten an oder in Gebäuden und zudem führt die Versiegelung der Landschaft dazu, dass feuchter Lehm als Baumaterial für Nester immer schwieriger zu finden ist. „Deshalb ist es besonders schön, wenn Menschen sich für die Tiere einsetzen“, meint der Naturschutzbund (Nabu). Er hat jetzt den Bauernhof von Jochen Baumgärtner in Merklingen-Widderstall als „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet.

 „Schwalbennester darf man nicht herunterschlagen, das bringt Unglück.“ Schon von seinem Vater hat Jochen Baumgärtner diese Weisheit gelernt. Den praktischen Nutzen der Rauchschwalben in seinem Rinderstall erkennt er täglich. Gegen Abend ziehen sich die Schwalben in den Stall zurück und fangen dort die Fliegen und Mücken, um sie an ihre Nachzucht zu verfüttern. Da er seit 25 Jahren die Schwalben nicht bekämpft, sondern ihnen Ansitzwarten und Plätze zum Nestbau zur Verfügung stellt, die Ställe erst nach der Brutzeit neu weißelt, ständigen Ein- und Ausflug ermöglicht und für feuchten Lehm im Umfeld des Stalles sorgt, kann Baumgärtner mittlerweile 45 Nester der Rauchschwalben in seinem Stall zählen.

Bei zwei Bruten im Jahr wächst die Population bis zum Herbst dann erfahrungsgemäß auf mehrere hundert Tiere an, weiß der Nabu.  Deshalb sei es für sie eine besondere Freude, den Biolandhof Baumgärtner mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ auszeichnen zu können, sagte Sabine Brandt von der Nabu-Geschäftsstelle Allgäu-Donau-Oberschwaben.

Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ setzt sich der Nautrschutzbund für mehr Gastfreundschaft gegenüber den Botschafterinnen des Sommers ein. Rund 650 Häuser, manche davon mit bis zu 100 Schwalbennestern, hat der Nabu nach eigenen Angaben allein in Baden-Württemberg seit dem Start der Aktion vor sieben Jahren ausgezeichnet. „Ich würde mir wünschen, dass es noch viel mehr werden“, sagte Sabine Brandt. Menschen sollten die Schwalben nicht als Belastung ansehen, sondern sie als Glücksboten begrüßen.

Info Wer ein Gebäude auszeichnen lassen möchte, kann sich an die Nabu-Gruppe vor Ort oder die Bezirksgeschäftsstelle Allgäu-Donau-Oberschwaben wenden. Weitere Informationen: www.NABU-BW.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/schwalbenhaus.html

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