Die Feuerwehren im Alb-Donau-Kreis werden auch künftig das Attribut „freiwillig“ tragen. Im Bereich der Fahrzeug- und Gerätewartung gibt es aber den Trend zur Professionalisierung: Die Große Kreisstadt Ehingen beschäftigt zwei hauptamtliche Gerätewarte, die Stadt Blaubeuren einen. Die Stadt Blaustein hat zum 1. Februar 2015 eine Vollzeitstelle geschaffen. In Dornstadt haben die Freien Wähler bei der jüngsten Haushaltsberatung eine Stelle gefordert und in Erbach, wo der Fuhrpark um eine Drehleiter erweitert wird, meint die Feuerwehr, dass nicht mehr alles von Ehrenamtlichen erledigt werden kann.

Es gebe keine Regel, von welcher Größe an eine Kommune jemanden für die Feuerwehr anstellen sollte, sagt Kreisbrandmeister Harald Bloching, der die jährlichen Kosten auf 45.000 bis 50.000 Euro beziffert. Es komme unter anderem auf die Anzahl der Abteilungen, auf den Geräte- und Fahrzeugbestand an. Eines ist für Bloching klar: Immer mehr Geräte der Feuerwehr unterliegen strengen Prüfvorschriften. „Jeder Saugschlauch braucht eine jährliche Sichtprüfung“, nennt Bloching ein Beispiel. Schläuche für den Löschangriff müssten gar unter Druck getestet werden, Vorschriften gebe es auch für Leitern, hydraulische Geräte, alle elektrischen Werkzeuge und Atemschutzausrüstungen. Jede Fangleine, jeder Sicherungsgurt und auch die Einsatzkleidung sei zu kontrollieren. „Zudem leben wir in einer Zeit, in der alles sauber dokumentiert werden muss“, sagt Bloching. „Die Feuerwehr von heute ist mit der vor 20 Jahren nicht mehr vergleichbar.“ Jede Wehr müsse überlegen, ob diese Arbeit noch von Ehrenamtlichen erledigt werden könne, sagt Bloching, der allen Gerätewarten Respekt zollt: „Sie haben eine riesige Verantwortung.“ Ihre Kameraden müssten sich hundertprozentig darauf verlassen können, dass alle Geräte in Ordnung sind.

Ob Haupt- oder Ehrenamt, die Ausbildung für einen Gerätewart besteht aus einem einwöchigen Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule. Wer den absolviert, hat in der Regel zuvor schon die Scheine zum Sprechfunker, Atemschutzgeräteträger, Truppführer und Maschinist für Löschfahrzeuge erworben. Manche Gerätewarte qualifizieren sich zusätzlich für die Wartung und Prüfung von Atemschutzgeräten, dazu belegen sie Fortbildungsveransaltungen bei Herstellern. Für einen bei der Kommune angestellten Gerätewart sei es einfacher, eine Woche auf einen Lehrgang zu gehen als für einen Ehrenamtlichen, der Urlaub nehmen muss, sagt Bloching.

Ein angestellter Gerätewart entlaste die Freiwilligen auch an anderer Stelle: Nach einem Einsatz müssen diese keine Nacharbeiten erledigen wie das Betanken und Reinigen der Fahrzeuge. „Das ist auch ein volkswirtschaftlicher Aspekt“, meint Bloching. „Wenn wir die Freiwillige Feuerwehr in ihrer schlagkräftigen Form erhalten möchten, müssen wir alles daran setzen, dass die Leute schnell wieder an ihren Arbeitsplatz kommen.“ Oft genug stellten Arbeitgeber Feuerwehrangehörige für Einsätze frei.

Bloching rät den großen Feuerwehren, eine Inventarliste mit allen Geräten, die gewartet und geprüft werden müssen, zu erstellen, um den Arbeitsaufwand zu errechnen. Die Laichinger Feuerwehr ist gerade dabei, die Stunden der fünf ehrenamtlich tätigen Gerätewarte aufzuschreiben, berichtet Kommandant Gerhard Kölle. Das Ergebnis soll als Diskussionsgrundlage dienen. In Langenau ist die Arbeit auf die Schultern von sieben bis acht Ehrenamtlichen verteilt. „Es läuft gut“, sagt Kommandant Karl-Heinz Mödinger, der keinen Anlass sieht, etwas zu ändern. Die Freiwilligen, jeweils Fachleute für bestimmte Bereiche, erledigten alle vorgeschriebenen Geräteprüfungen. Sie erhalten für ihre geleisteten Stunden eine Entschädigung.

Hans Danyi, Kommandant in Blaustein, ist froh, mit dem 26-jährigen gelernten Elektriker Maximilian Scherzer seit Kurzem eine hauptberufliche Kraft im Feuerwehrhaus zu haben. Ein Jahr lang seien die Stunden der ehrenamtlich tätigen Gerätewarte erfasst worden. Das Ergebnis von 2200 Stunden spreche deutlich für eine Vollzeitkraft. Scherzer werde unterstützt von Freiwilligen, die ihrerseits für die Entlastung „mehr als dankbar“ seien, sagt Danyi. Scherzer ist voll ausgebildeter Feuerwehrmann. Im Ernstfall ist er tagsüber meist der Erste, der bereit ist zum Ausrücken.