Albwasserversorgungsgruppe III folgt

Die alte Pumpanlage am Blautopf soll für knapp 250 000 Euro saniert werden. Sie kann dann jährlich 210 000 Kilowattstunden Strom produzieren.
Die alte Pumpanlage am Blautopf soll für knapp 250 000 Euro saniert werden. Sie kann dann jährlich 210 000 Kilowattstunden Strom produzieren. © Foto: me
Blaubeuren / me 15.06.2018

Die Albwasserversorgungsgruppe III hat im vergangenen Jahr sparsam gewirtschaftet und so kann ein kleiner Teil der Umlage an die Gemeinden des Zweckverbandes, Blaubeuren, Blaustein, Laichingen und Berghülen, zurückgezahlt werden. In den nächsten Jahren sieht es allerdings anders aus: Für das Pumpwerk am Blautopf und für den Hochbehälter Suppingen sind hohe Investitionen geplant.

Ein höherer Wasserverbrauch, keine großen Investitionen und dadurch keine neuen Kreditaufnahmen und weniger Zinszahlungen haben für das Jahr 2017 zu einem Überschuss von rund 87 600 Euro geführt, wie in der Verbandsversammlung gesagt wurde. Als vorläufige Umlage wurde von den Verbandsmitgliedern eine Umlage von 1,08 Euro pro Kubikmeter Wasser erhoben. Nach Abschluss der Bilanz ergibt sich bei einem Wasserverbrauch von knapp 600 000 Kubikmetern ein Umlagebedarf von 0,93 Euro. In Laichingen war der Wasserverbrauch konstant, in Berghülen deutlich geringer und in Blaubeuren und Blaustein deutlich höher als im Vorjahr.

„Den Wasserverbrauch zu schätzen ist schwierig“, sagte Verbandsrechner Gerhard Mack bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans 2018. Als vorsichtige Schätzung wurden im Plan 570 000 Kubikmeter angenommen, die Umlage auf 1,03 Euro festgesetzt, die aber ab 2020 wieder steigen wird. Kreditaufnahmen werden in Höhe von 60 000 Euro nötig. Für den bereits für 2017 geplanten Wechsel von Wasserzählern sind 50 000 Euro eingestellt.

Für die Sanierung der Wasserkraftanlage am Blautopf sind im diesjährigen Etat 110 000 Euro eingestellt, weitere 150 000 Euro sind im Finanzplan 2019 vorgesehen. Ziel der Maßnahme ist es, die Turbine aus den 60erJahren so zu sanieren, dass sie wieder in Betrieb genommen werden kann, und sie zu automatisieren, Uli Pühler vom Ingenieurbüro Wassermüller erläuterte das Vorhaben. „Die Turbine ist seit einigen Jahren wegen Ölverlusten außer Betrieb, in Zukunft soll damit ökologisch Strom erzeugt werden“, erklärte er. Gemäß der durchschnittlichen Schüttung des Blautopfes könnten rund 210 000 Kilowattstunden pro Jahr erreicht werden. Beim Pumpwerk werden jährlich rund 560 000 kWh verbraucht. „Eine reine Eigennutzung ist nicht möglich, da die Energie zwar rund um die Uhr erzeugt wird, aber nicht rund um die Uhr vollständig abgenommen werden kann“ sagte Pühler. Deshalb sei eine Kombination von Eigennutzung und Einspeisung ins Stromnetz am sinnvollsten. Die Wehranlage müsse aufgrund von Schäden umfassend saniert werden. Die Gesamtkosten betragen 245 000 Euro, die sich aber innerhalb von zehn Jahren amortisieren dürften. Die Fertigstellung ist Ende 2019 geplant.

Probleme bereitet der Hochbehälter Suppingen. Vieles entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und den gültigen Vorgaben, zum Beispiel fehlt eine Luftfilteranlage. Es gibt dort zwei Wasserkammern, eine aus dem Jahr 1875 mit einem Fassungsvermögen von 600 Kubikmetern und eine aus dem Jahr 1970 mit einem Fassungsvermögen von 1000 Kubikmetern. Die ältere Kammer ist nicht mehr vollkommen dicht. „Es gibt noch keine gravierenden Probleme, aber die Gefahr durch eindringendes Wasser ist da“, sagte Pühler. Es gebe zwei Möglichkeiten: die Sanierung der Wasserkammer oder den Rückbau und Bau einer neuen Wasserkammer. „Durch die Sanierung wird sicher ein Betrieb für die nächsten 40 Jahre ermöglicht, allerdings kann es Mängel geben, die erst bei der Sanierung entdeckt werden und zu Kostensteigerungen führen“, warnte er. Für die Sanierung werden Baukosten von 710 000 Euro geschätzt. Da ein Neubau nur 60 000 Euro mehr kosten wird und eine Erhöhung auf ein Fassungsvermögen von 1000 Kubikmetern beinhaltet ist, beschloss die Versammlung, den Neubau weiter untersuchen zu lassen.

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