Blaubeuren / Thomas Spanhel Die große Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in zentraler Blaubeurer Lage kann bald neu genutzt werden.

Die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Blaubeuren wird zum Ende des Jahres geschlossen. Das hat am Freitag das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises mitgeteilt. Der Kreis betreibt die Einrichtung für Asylbewerber in der Bergstraße seit Januar 2013. Für Blaubeuren ist das eine einschneidende Entscheidung, denn seit der Eröffnung lebten dort sehr viele Menschen. Mit teilweise über 200 Personen war sie zeitweise die größte Einrichtung dieser Art im Kreis. Die derzeit noch 140 Bewohner werden schrittweise und unter Berücksichtigung der familiären Situation entweder in die kommunale Anschlussunterbringung, in andere Gemeinschaftsunterkünfte oder in private Wohnungen verlegt.

Schließung aus wirtschaftlichen und rechtlichen Gründen

Hintergrund der Schließung sind die rückläufigen Flüchtlingszahlen. „Zum Höhepunkt des Flüchtlings-Zustroms hatten wir 2284 Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften belegt, jetzt sind es nur noch 824“, erläuterte Emanuel Sontheimer, Fachdienstleiter des Fachdienstes Flüchtlinge und Integration im Landratsamt. Daher werden insgesamt deutlich weniger Unterkunftsplätze benötigt. Die Zahl der Unterkünfte für neue Asylbewerber soll auf 400 bis 500 Plätze im Kreis zurückgehen.

Die Schließung der Blaubeurer Unterkunft bot sich aus wirtschaftlichen und rechtlichen Gründen an, erläuterte Sontheimer und verwies auf den auslaufenden Mietvertrag mit der ADK GmbH für Gesundheit und Soziales. Für den Kreis sei es günstig, jetzt aus dem Vertrag auszusteigen. „Früher spielten auch noch andere Faktoren wie Lage oder Größe einer Gemeinschaftsunterkunft bei der Entscheidung eine Rolle“, das sei inzwischen aber nicht mehr der Fall.

Wie es künftig weitergeht mit dem großen Gebäude, das früher als Seniorenheim genutzt wurde, ist noch nicht klar. Der Eigentümer, die ADK GmbH, teilte auf Nachfrage mit, dass es zwar Überlegungen, bislang aber noch keine Entscheidungen gebe.

Städtebaulich wertvoll

Blaubeurens Bürgermeister Jörg Seibold freut sich, dass durch die „substantielle Veränderung der Weg frei wird, dort städtebaulich etwas zu entwickeln“. Klar sei, dass das Areal dank seiner Nähe zum Stadtzentrum einigen Wert habe, zumal Flächen in Blaubeuren ohnehin sehr knapp sind. Er könne sich vorstellen, dass Wohnungen für besondere Gruppen entstehen, eventuell Pflege- oder Tagespflege-Wohnungen. „Ich bin zuversichtlich, dass mit den verlässlichen Partnern der Kreisbau und dem Landkreis mittelfristig etwas Gutes gelingt“, sagte Seibold.

Der Bürgermeister ist auch froh darüber, dass sich Blaubeuren mit der Gemeinschaftsunterkunft als guter Gastgeber für Flüchtlinge zeigen konnte, als dies für den Landkreis und die Asylbewerber sehr wichtig war. Dazu hätten vor allem die aktiven Helfer und Anwohner beigetragen. Ähnlich sieht das das Landratsamt, das der Stadt, den Helfern und den Anwohnern eine gute, verständnisvolle Zusammenarbeit bescheinigt.

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Auch andere Unterkünfte werden abgegeben

Schließungen Bis zum Ende des Jahres werden neben der Blaubeurer Unterkunft auch noch weitere Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber zu gemacht: in Erbach das ehemalige Fitnesscenter mit 70 Plätzen, in Heroldstatt die Unterkunft mit 39 Plätzen, in Untermarchtal die Kloster-Herberge mit 26 Plätzen, in Ehingen die Alte Molke mit 19 Plätzen und in Dietenheim-Regglisweiler zwei Wohnungen mit insgesamt 18 Plätzen.