Soziales Flüchtlingen auf der Laichinger Alb Chancen geben

Giacomo Mastro und Birgit Tegtmeyer sind Flüchtlingsbeauftragte des Gemeindeverwaltungsverbands Laichinger Alb.
Giacomo Mastro und Birgit Tegtmeyer sind Flüchtlingsbeauftragte des Gemeindeverwaltungsverbands Laichinger Alb. © Foto: Joachim Lenk
Laichinger Alb / Joachim Lenk 23.05.2017

Vor rund einem Jahr, im April 2016, haben die beiden Flüchtlingsbeauftragten des Gemeindeverwaltungsverbandes Laichinger Alb (GVV) ihre Arbeit aufgenommen. Birgit Tegtmeyer kümmert sich seit 13 Monaten um Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung in Laichingen und in Westerheim. Ihr Kollege Giacomo Mastro ist für Nellingen, Heroldstatt und Merklingen zuständig. Während der Verbandsversammlung zogen sie jüngst in Nellingen eine erste Bilanz.

Inzwischen hat sich viel getan. Die beiden Neubauten für die Anschlussunterbringung in Heroldstatt und Nellingen stehen, erinnerte Mastro. Mittlerweile leben 213 Flüchtlinge im Rahmen der sogenannten Anschlussunterbringung auf der Laichinger Alb, die von Mastro und Tegtmeyer betreut werden. Dabei handelt es sich um 123 Männer, 50 Frauen und 40 Minderjährige. Syrische Staatsangehörige machen mit 95 Menschen den größten Anteil aus, gefolgt von 30 Afghanen und 26 Irakern. Außerdem leben noch 18 Nigerianer und 16 Pakistani im GVV-Gebiet. Die weiteren Geflüchteten kommen aus anderen Ländern.

In der Vergangenheit wurden vergleichsweise wenige Anträge auf Familiennachzug gestellt, sagte Tegtmeyer. Begründung: Die meisten Flüchtlinge hier seien Singles oder sie seien schon als Familie nach Deutschland gekommen.

Giacomo Mastro und Birgit Tegtmeyer helfen seit dem Frühjahr 2016 den Flüchtlingen bei der Suche nach einem Praktikumsplatz oder einer Stelle, sie vermitteln für ihre Schützlinge entsprechende Deutsch- und Integrationskurse. Außerdem schauen die beiden danach, dass Familien mit Nachwuchs für ihre Jungs und Mädchen einen Platz im Kindergarten oder in der Schule bekommen.

Aktuell machen 55 Prozent einen Integrationskurs, 18 Prozent stehen in einem Arbeitsverhältnis, zwei Prozent der Flüchtlinge absolvieren eine Ausbildung. Die Bereitschaft, diesen Menschen eine Chance zu geben, sei bei Firmen, Dienstleistern und Handwerkern in der Region groß, informierten die beiden Flüchtlingsbeauftragten. Die Bereitschaft zu arbeiten, sei sehr groß. Oft scheitere es aber daran, eine entsprechende Genehmigung dafür zu erhalten. Dass viele Fachkräfte unter den Asylbewerbern seien, stimme nicht, antwortete Tegtmeyer auf eine entsprechende Nachfrage.

Auch haben fast alle Jugendlichen und junge Erwachsenen bis 25 Jahre einen Platz in den sogenannten Vabo-Klassen (Vorbereitungsjahr Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse) in Ulm oder Ehingen erhalten.

„Die Eingliederung steht dabei an erster Stelle“, sagten die Flüchtlingsbeauftragten, die den Asylbewerbern auch so alltägliche Dinge wie die Mülltrennung beibringen. Zudem treten sie als Vermittler auf, wenn es zwischen den Flüchtlingen und den Nachbarn „zu Missverständnissen“ komme.

Ein ganz großes Lob gab es für die „sehr engagierten Helferkreise“ in den einzelnen Kommunen. „Ohne die wäre es nicht zu schaffen, ohne deren engagierte Arbeit würde Chaos herrschen“, meinte  Tegtmeyer.

Lobende Worte gab es während der Verbandsversammlung auch für die beiden Flüchtlingsbeauftragten. Nicht nur GVV-Vorsitzender Klaus Kaufmann, auch seine Amtskollegen aus den anderen Gemeinden dankten Tegtmeyer und Mastro für ihre „extrem wichtige Arbeit“, die sich bewährt habe. GVV-Geschäftsführer Werner Zimmermann teilte mit, dass die GVV-Kommunen bei der Anschlussunterbringung „alle ihre Quoten erfüllt haben“.