Erdloch Fledermausquartier muss erhalten bleiben

Bislang schützt das Holzhaus den Eingang zum Fledermauskeller, dessen Decke im März teilweise eingestürzt ist.
Bislang schützt das Holzhaus den Eingang zum Fledermauskeller, dessen Decke im März teilweise eingestürzt ist. © Foto: Matthias Kessler
Blaustein / Samira Eisele 13.10.2017
Eingestürzter Eisgalgen in Herrlingen darf aus Naturschutzgründen nicht zugeschüttet werden.

Wenn eine Fledermaus ein Quartier für den Winterschlaf sucht, kann sie auch in Zukunft den Parkweg in Herrlingen anfliegen. Dort gibt es den ehemaligen Eisgalgen, der der Brauerei Gold Ochsen gehört und in dem in der Vergangenheit oft Fledermäuse überwintert haben. Doch die Decke des Kellers ist Anfang März teilweise eingestürzt (wir berichteten), die Zukunft des Quartiers war ungewiss: Die Eigentümer der Wohnungen wollten ihn laut Moritz Ertl, dem Geschäftsführer der Hausverwaltung Stern Immobilien, gerne schließen. Nun hat die obere Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Tübingen (RP) entschieden, dass das nicht geht: Der Keller soll erhalten bleiben, erklärt Ertl.

Darum habe Stern Immobilien nun wiederum beim RP eine Förderung für den Erhalt des Kellers beantragt. Dazu sei noch keine Entscheidung gefallen, sagt Ertl: Das RP werde den Erhalt unterstützen, wenn gewisse Bedingungen erfüllt seien. Über Details möchte Ertl nicht viel verraten, da man sich in einem Arbeitsprozess mit vielen Beteiligten befinde, die sich untereinander abstimmen müssen: Involviert sind Statiker, Geologen und ein Fledermausexperte.

Doch so viel verrät Ertl: Der Naturschutzbehörde gehe es um Nachhaltigkeit, so solle etwa das so genannte Fledermaushaus „nicht mehr der Witterung ausgesetzt werden“. Der Zugang zu dem teilweise eingestürzten Keller war bisher mit einer Holzhütte, einer Art Gartenhaus, geschützt. Es gebe nun „verschiedene Lösungsansätze“, die von allen Prozessbeteiligten geprüft würden, damit sie den Wohnungseigentümer präsentiert und abgestimmt werden können.

Der Gewölbekeller, in dem vor langer Zeit die Brauerei Rössle Eisstangen zur Kühlung gewonnen hat, herrscht laut Fledermausexperten Dirk Häckel vom Planungsbüro Zeeb und Partner eine konstante Kälte, die für überwinternde Fledermäuse wichtig ist: Wenn sie im Winterschlaf Temperaturschwankungen ausgleichen müssen oder gar aufwachen, verbrauchen die Tiere viel Energie.

Schutz von Lebensrum gesetzlich geregelt

Naturschutz Fledermäuse stehen in Deutschland unter Naturschutz: Im Gesetz zum Abkommen zur Erhaltung der Fledermäuse in Europa aus dem Jahr 1993 ist unter anderem das Fangen, Halten oder Töten von Fledermäusen verboten. Auch Zufluchts- und Schutzstätten der Tiere müssen laut Gesetz erhalten bleiben.