Entwicklung Flachdach statt Turmspitze

Stadtbildprägend, aber bedroht: Das Türmchen ist wohl bald Geschichte.
Stadtbildprägend, aber bedroht: Das Türmchen ist wohl bald Geschichte. © Foto: Barbara Hinzpeter
Langenau / Barbara Hinzpeter 26.07.2018

Ein Flachdach-Bau könnte das Gebäude in der Bahnhofstraße mit seinem Türmchen und seinen charakteristischen Giebeln ersetzen. Der Plan sieht ein 12,70 Meter hohes Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen in drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss vor. Außerdem soll eine Tiefgarage gebaut werden mit Zufahrt von der Bahnhofstraße her. Große Begeisterung löste der Entwurf bei den Mitgliedern des Gemeinderats-Ausschusses für Technik und Umwelt (ATU) allerdings nicht gerade aus.

Indes: Er sei „städtebaulich vertretbar“, sagte Julia Holzschuh vom Baurechtsamt des Verwaltungsverbands. Die Gebäude in der Umgebung sind zwischen 9,65 und 12,45 Meter hoch und haben ebenfalls drei Voll- und teilweise zusätzlich noch Dachgeschosse.

Christian Hommel (FWG) machte darauf aufmerksam, dass der Bebauungsplan für den südlich angrenzenden Bereich Satteldächer vorschreibe. Georg Henseler (CDU) äußerte Unbehagen angesichts der Architektur des geplanten Bauwerks und wollte wissen, ob es eine Möglichkeit der Kommune gebe, darauf Einfluss zu nehmen.

Das verneinte Baurechtsamtsleiter Hans Eckle. Renate Maier-Tayblum bestätigte: „Aus planungsrechtlicher Sicht haben wir keinen Hebel.“ Trotzdem sprach sie sich dafür aus, den Entwurf abzulehnen. Das ehemalige Café Schmid sei ein charmantes Gebäude an einer markanten Ecke. „Es prägt das Stadtbild positiv und bereichert es“, betonte die GUL-Gemeinderätin. Für sie verkörpert das Haus ein Stück Langenauer Geschichte.  „Wir haben nicht mehr so viele Gebäude, die es wert wären, erhalten zu werden“, sagte sie und verwies auf die derzeit viel diskutierte Aufenthaltsqualität.

Dazu gehöre auch ein attraktives Stadtbild. Sie schlug vor, die Stadt solle noch einmal mit dem Denkmalamt und dem Bauherrn sprechen. „Wir haben auch eine Verantwortung für die Qualität der gebauten Umgebung“, so ihr Appell. Momentan allerdings sei das Gebäude „eher ein Schandfleck“, gab Edith Bleher (CDU) zu bedenken. Dem pflichtete Rainer Hinkelmann (SPD) bei: Jedem wäre es am liebsten, wenn das Café Schmid schön herausgeputzt wäre. „Aber im jetzigen Zustand ist es nicht erhaltenswert.“

Nachverdichtung notwendig

Wie Christian Hommel äußerte auch Edith Bleher den Wunsch, den Neubau mit einem Satteldach zu versehen. Bürgermeister Daniel Salemi erinnerte an die Notwendigkeit der Nachverdichtung, für die es gelte, das richtige Maß zu finden – und das ist für ihn aus den rechtlichen Vorgaben abzuleiten. Und über die wurde schließlich auch abgestimmt.

Die  Überschreitung der Baulinie im Süden und Südosten sei vertretbar, befand die Mehrheit. Dagegen sprachen sich Renate Maier-Tayblum und Roland Riedlinger aus (beide GUL). Die Mehrheit befand außerdem, dass sich das geplante Gebäude in seinen Maßen in die Umgebung einfügt. Dagegen stimmten Roland Riedlinger, Renate Maier-Tayblum und Edith Bleher.   

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