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Sportverein
Staig / FRANZ GLOGGER Das Fitnesszentrum des SC Staig bleibt hinter den Erwartungen zurück. Der Verein hat die Tilgungen ausgesetzt und will nun Mitglieder werben.

Bewegung steht in einem Sportverein im Mittelpunkt. Das Ende 2012 eröffnete Fitnesszentrum "Fiss" des Sportclubs Staig bewegt die Verantwortlichen derzeit allerdings mehr als ihnen lieb ist: Wie Vorsitzende Ulrike Geiselmann bei der Jahreshauptversammlung berichtete, hat der Verein die Tilgungsleistungen im Einvernehmen mit den Banken sowie der Gemeinde als Bürge ausgesetzt.

Von den ursprünglich zwei Millionen Euro Schulden sind noch 1,5 Millionen Euro zu begleichen. Grund für den "Liquiditätsengpass", wie Finanzvorsitzende Tina Rank es formulierte, sei, dass es weniger Fiss-Mitglieder gibt als erwartet. Rund 50 Mitgliedschaften - der Monat kostet zwischen 45 und 54 Euro - haben laut Geiselmann von Beginn an gefehlt. Auch entwickelten sich die Zahlen nicht, wie von den Beratern prognostiziert. Derzeit bestehen 560 Verträge, 700 werden gebraucht, um den Betrieb wirtschaftlich zu führen. Nun seien die Verantwortlichen "von der Prognose auf die Realität" umgestiegen, sagte die Vorsitzende. In Zahlen bedeute dies, dass pro Monat zehn neue Mitglieder gewonnen werden müssten. Geiselmann ist überzeugt, in einem halben Jahr die Schere zwischen Plan und Wirklichkeit auszugleichen. Bereits zu Beginn ihres Berichts hatte sie betont, dass das Fiss die "richtige Entscheidung" war, allerdings liege "ein anstrengender Weg" vor dem SC. Die sechs Abteilungen des Sportvereins, die ihre Finanzen selbst verwalten, werden laut Geiselmann nicht belastet. Ohne das Fitnesszentrum sei die Finanzlage dank gestiegener Einnahmen und verringerter Ausgaben ordentlich, sagte Tina Rank. Als Abschreibung nannte sie 134.000 Euro, als Zinsbelastung 70.000 Euro. Trotz der schlechten Nachrichten entlasteten die Mitglieder den Vorstand einstimmig.

Nicht rund läuft es auch bei der Leitung des Fiss. Trennte sich der Verein schon wenige Monate nach der Eröffnung im November 2012 von dessen Leiter, ist auch der erst Anfang des Jahres eingestellte wieder weg. Auf eigenen Wunsch, wie Ulrike Geiselmann informierte. Sie versicherte, das gemeinsam geborene "Kind" Fiss in der Vereinsfamilie großzuziehen. "Das habe ich versprochen und dazu stehe ich auch."