Dietenheim Firma Otto Garne plant gläserne Produktion

Dietenheim / JOHANNES BRAUN 14.02.2015
Dietenheim soll zur Einkaufserlebniswelt für Textilien werden. Die Idee dazu präsentierte Andreas Merkel, Geschäftsführer der Firma Otto Garne, den Grünen-Landespolitikern Franz Untersteller und Jürgen Filius.

Bei einem Besuch der beiden Grünen-Landespolitiker Franz Untersteller, baden-württembergischer Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, sowie dem Landtagsabgeordneten Jürgen Filius in der Dietenheimer Firma Otto Garne ging es vor allem um nachhaltige Produktion im Textilbereich. "Wir wollen in Bezug auf Nachhaltigkeit führend sein", sagte Andreas Merkel, Geschäftsführer des Unternehmens. So habe der Betrieb, der Werke in Dietenheim und Balzheim hat, schon verschiedenste Zertifikate erhalten. Doch könne der Verbraucher diese Siegel nicht genau einordnen und greife daher zum billigeren Produkt. Der Firmenchef ist aber davon überzeugt, dass die Verbraucher bereit sind, etwas teurere Produkte zu kaufen, wenn sie dafür auch bessere Qualität erhielten.

Genau da setzt die Grundidee von Andreas Merkel an: Mit einem so genannten Reallabor soll die Produktion in Dietenheim gläsern gemacht werden, damit die Konsumenten die bessere Qualität einschätzen könnten und dann ähnlich wie in der Lebensmittelbranche für Öko-Produkte etwas tiefer in die Tasche greifen. Davon müssen aber zunächst die Firmen überzeugt werden, die die Garne in Kleidungsstücke verarbeiten. Diesen Firmen sollte eine Ansiedlung in Dietenheim zudem schmackhaft gemacht werden, damit daraus eine Art Nachhaltigkeitszentrum für Textilien erwächst als Gegenstück zu den preisgetriebenen Bekleidungsläden in den großen Innenstädten.

Im Herbst 2013 wurde diese Grundidee dem Gemeinderat Dietenheim vorgestellt, der davon angetan war. "Wir möchten Dietenheim zu einer Einkaufserlebniswelt für Textilien machen", sagte Bürgermeister Christopher Eh beim Besuch der beiden Landespolitiker. Das Landessanierungsprogramm sei für Dietenheim daher sehr wichtig. "Dietenheim soll alle Möglichkeiten ausloten, die es diesbezüglich ausschöpfen kann", riet Minister Franz Untersteller.

Mittlerweile wird das Projekt aus dem Landestopf des Wissenschaftsministeriums gefördert, so dass in die genauere Konzeptplanung auch die Universität Ulm und die Hochschule Reutlingen ins Boot geholt werden konnten. "Es ist ein Projekt, das eigentlich gut in die Philosophie einer grün-roten Landesregierung passt", sagte Andreas Merkel, der hofft, dass das Konzept bei Erfolg auch in anderen Orten umgesetzt wird.

Familienunternehmen

Die Dietenheimer Firma Otto Garne ist ein Familienunternehmen, das seit mehr als 100 Jahren am Standort Deutschland Garne und Zwirne produziert. Geschäftsführer Andreas Merkel wies beim Besuch der Landespolitiker auf das schwierige Marktumfeld der Textilindustrie hin, das seit den 1970er Jahren einem strukturellen Wandel unterliege. Andererseits verdeutlichte er, wie sich die Firma, die in den Werken Dietenheim und Balzheim produziert, in dem schwierigen und preisgetriebenen Marktumfeld behauptet: Hochwertige Garne für den Premiumbereich, Nachhaltigkeitsprodukte sowie technische Textilien.

 

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