Friedhof Firma mangelndes Feingefühl vorgeworfen

Berghülen / sgk 19.06.2018

Der Friedhof war erneut Thema im Gemeinderat. Mit dem Beschluss, auf dem äußeren südöstlichen Grabfeld eine Urnenwand aufzustellen, hat der Gemeinderat einen  Knopf an diese Thematik gemacht. Zuvor machte Karl Kücherer seinem Ärger über die Situation auf der Baustelle „Friedhof“ Luft. Er kritisierte das Bauunternehmen als pietätlos, das mit wenig, oder gar keinem Feingefühl  vorgehe.

Weder nähmen Bauarbeiter Rücksicht auf Trauerfeiern und störten die mit lauten Arbeitsgeräten noch achteten sie auf Grabschmuck. Ein Angehöriger eines erst vor wenigen Wochen beerdigten Verstorbenen berichtete, dass knapp 20 Zentimeter neben dem frischen Grab eine Grube ausgebaggert worden ist, um ein neues Fundament für eine Mauer zu schaffen. Doch trotz des derzeit denkbar schlechten Wetters hätten es weder die Bauarbeiter noch der Chef für nötig erachtet, das Grab abzustützen. „Das stört die Totenruhe ungemein.“ Erst ein ernstes Gespräch des Planers Robert Wagner vom Büro Wassermüller mit dem Firmenchef habe die mittlerweile angespannte Situation entschärfen können. Das Grab hat inzwischen die Familie selbst abgestützt.

Termingerecht fertig

An der Qualität der Arbeit auf dem Friedhof  zweifelte das Gremium jedoch nicht. Auch wenn Kücherer meinte, beobachten zu können, dass die Firma hinter dem Zeitplan liege. Wagner räumte ein, dass schlechte Koordination mit Subunternehmern zu mancher Verzögerung geführt habe, er sicherte jedoch zu, dass der Innenbereich des Friedhofs wie vorgesehen bis September fertiggestellt sein werde. Die Urnenwand könne bereits im Oktober aufgestellt werden, nachdem der Gemeinderat die Anschaffung jetzt endgültig beschlossen hat. Lange waren die Räte nämlich unentschieden, ob sie Urnenstelen und eine Wand haben wollen. Bei einem Ortstermin auf dem Friedhof Tomerdingen hat sich das Gremium schließlich mehrheitlich für eine Urnenwand entschieden. Planer Roland Wagner hatte die Wand daraufhin beschränkt ausgeschrieben.

Angefragt war eine Urnenwand mit hellem Steinkorpus und kontrastierenden dunklen Kammern. Die Urnenwand ist mit vier auf zwei Meter und einer Tiefe von zwei Metern relativ klein, beruhigte Wagner Kurt Kröner. Die Wand verfügt bei drei Reihen übereinander und aufgeteilt in sieben Spalten über insgesamt 21 Kammern. Die fassen bis zu drei Urnen. Erweiterungen sind jederzeit möglich.

Zwei Angebote wurden abgegeben, das günstigste mit 23 000 Euro liege im Kostenrahmen. Eine kleine Preissteigerung im Vergleich zur Kalkulation hält Wagner für vertretbar, nachdem die Kosten schon vor einem Jahr geschätzt worden sind. Im Angebotspreis enthalten ist eine Blumenbank für Grabschmuck. Der Gemeinderat gab Grünes Licht für den Kauf. Auf Anregung von Kurt Kröner wollen die Räte die Farbenkombination sowie das Material der Urnenwand überdenken.

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