Mit einer mehr als 200 Mitglieder starken Narrenzunft, neun Maskengruppen und einer nachweislichen Fasnetstradition von 125 Jahren darf sich Dietenheim wohl zurecht als Narrenhochburg bezeichnen. Die Höhepunkte in „Ranzenburg“ stehen nun mit dem „Gompigen Doschdig“ und dem Fasnetssonntag wieder vor der Tür.

Während am Donnerstag die Suche nach der Narretei im Fackelschein großteils von den hiesigen Mäschkerle und Narren begleitet wird, zieht der große Gaudiwurm am Sonntag Jahr für Jahr auch Gruppen von auswärts in die  närrische Illerstadt. „Die weiteste Anreise haben heuer wohl wieder die Kirschkernspucker aus Heinigen, mutmaßt Umzugsleiter Thomas Hornauer.

Die Heininger kommen aber nicht erst zum Umzug, sondern sind immer schon bei der morgendlichen Narrenmesse in der Stadtpfarrkirche mit von der Partie. „Vergangenes Jahr hatten sie mit den Brandstifter Hexen aus Eislingen noch eine Gastgruppe mit im Gepäck“, erzählt Hornauer. Diese stellen jetzt mit 25 Hästrägern eine eigene Gruppe. Mit den Wasserbrack Hexen aus Unterkirchberg und den Henker Hexa aus Osterberg haben sich zudem noch zwei weitere, neue Hexengruppen angekündigt. Insgesamt werden in Dietenheim also zehn unterschiedliche Interpretationen der dominierenden Figur zu sehen sein.

„Natürlich spielt aber auch das 125. Jubiläum der Fasnet in Ranzenburg eine große Rolle beim diesjährigen Umzug“, erklärt Hornauer. Zum Beispiel lassen die Gruppen „Fideler Haufen“ um Elfie Albrecht und „A närrischer Haufa“ um Inge Kretzer mit einem phantasievollen Kostümrückblick die vergangenen Jahre und Jahrzehnte Revue passieren.

Der Büttel zuerst

Angeführt wird der närrische Tross traditionell vom Büttel. In dieser Uniform steckt Carsten Baur von der Bürgerwehr. Ihm folgen ein Haufen wilder Hexen und die mit 200 Mitgliedern größte Dietenheimer Maskengruppe, die Griasmolle. Auf ebenfalls mehr als 100 Hästräger bringen es die Waldgoischdr und Waldhexa aus Sießen im Wald. Aber auch kleine Gruppen wie die fünf Landskronfreunde aus Dietenheim fühlen sich beim Ranzenburger Fasnetsumzug seit Jahren wohl. „Letztere feiern heuer 10-jähriges Bestehen und werden wieder mit einem ihrer sehenswerten und nicht alltäglichen Fahrzeuge am Umzug teilnehmen“, verrät Thomas Hornauer. Ein Hingucker wird auch der komplett neu aufgebaute Prinzenwagen für die amtierenden Tollitäten Melanie III. und Manne II. Gestartet wird der Umzug wie gewohnt um 14 Uhr nach drei Kanonenschüssen an der Ecke Lindenstraße/Königstraße. Der Lindwurm zieht  über die Königstraße, Illertisser Straße, Gießenstraße zurück in die Königstraße am Rathaus vorbei.

Wissenswertes rund um die Gruppen sowie die passende Verpflegung zur Stärkung zwischendurch gibt es an drei Sprecherstationen entlang des Umzugswegs. Die Ehrentribüne mit allerlei Lokalprominenz wird wie im Vorjahr beim Aufgang zum neuen Kirchplatz eingerichtet. Zum anschließenden Ausklang des Fasnetsumzug laden die Ranzenburger Hexen auf den Marktplatz zur „After-Umzugs-Party“. In der „Giaßabar“ gibt es Livemusik. Für den sicheren Nachhauseweg sorgt ein Shuttlebus, der von  21.30 Uhr an die umliegenden Ortschaften anfährt.

Sperrungen, Umleitungen und ein Fasnetsbus


City dicht  

In der Dietenheimer Innenstadt muss mit Verkehrsbeschränkungen gerechnet werden. Sie gelten am Gompigen von 16.30 Uhr bis zum Freitagmorgen um etwa 6 Uhr, sowie am Fasnetssonntag von 11.30 bis  24 Uhr. Von Sperrungen betroffen sind an beiden Tagen auch  die Königstraße (L 260) und die Illertisser Straße als Durchgangsstraßen. Die Umleitungsstrecken sind ausgeschildert.

Bequem und sicher 

Der Fasnetsbus kommt wieder zum Einsatz. Er sorgt dafür, dass Narren in der Nacht vom „Gompigen“  auf  den „rußigen Freitag“ und am Fasnetssonntag bequem und sicher nachhause kommen. Die Busse fahren verschiedene Orte in der württembergischen und bayerischen Umgebung an. Abfahrt ist imer an der Haltestelle „Illertisser Straße“ neben „Giaßabar“. Infos: www.dietenheim.de