Die zwölf Filialen der insolventen Günzburger Firma Reifen Ihle sind von einem fränkischen Familienunternehmen übernommen worden. Der Mittelständler Reifen Müller beschäftigt alle 100 Mitarbeiter weiter. Zu den regionalen Standorten gehören Langenau, das Ulmer Industriegebiet Donautal und das Neu-Ulmer Gewerbegebiet Schwaighofen. Die weiteren Standorte reichen bis in den Raum Augsburg. "Die Filialen der Reifen Ihle Gruppe liegen nicht nur geografisch günstig, auch die Gespräche mit den Mitarbeitern haben uns gezeigt, dass wir auf einer Wellenlänge sind", sagt Geschäftsführer Klaus Müller. Der Betrieb werde nahtlos weitergeführt, den Kunden solle keinerlei Nachteil entstehen. Das Angebot werde sogar erweitert: Neben der Reifenmontage und Auswuchtung werden Reifen aller führenden Hersteller für Autos, Nutzfahrzeuge, Motorräder, Bagger, Baumaschinen und landwirtschaftliche Fahrzeuge und Felgen, sowie komplette Radsätze und Zubehörteile angeboten. Die Filialen sind mit dem Zentrallager in Hammelburg vernetzt.

Reifen Müller baut sein Filialnetz auf 42 Standorte aus. Es umfasst Hessen, Baden-Württemberg, Mittelfranken, Thüringen und nun auch Bayerisch-Schwaben. Insgesamt werden mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt. Reifen Müller ist nicht nur Groß- und Einzelhändler, das Unternehmen runderneuert auch Nutzfahrzeugreifen im eigenen Werk in Hammelburg.

Die Fabrik von Reifen Ihle in Günzburg ist Mitte Dezember von der Beteiligungsgesellschaft Prolimity Capital Partners (Ummendorf) übernommen worden, die auf mittelständische Unternehmen in Krisensituationen spezialisiert ist. 110 der 130 Arbeitsplätze wurden gerettet. Der Produktionsbetrieb firmiert nun unter dem Namen Rigdon. Der traditionsreiche Reifen-Runderneuerer Ihle musste vor einem Jahr wegen Liquiditätsproblemen Insolvenz anmelden. Auslöser war eine branchenweite Absatzschwäche gewesen.