Rißtissen Wenn es drauf ankommt: Feuerwehren stellen Können unter Beweis

Rißtissen / Amrei Groß 08.07.2018

Die Uhr tickt erbarmungslos. Wer das Feuerwehr-­Leistungsabzeichen in Gold sein Eigenen nennen möchte, kann sich kaum Fehler erlauben. Maximal 120 Sekunden darf es dauern, bis der Angriffstrupp mit Atemschutz zum Einsatz bereit steht. Nach 200 Sekunden muss das erste Rohr Wasser haben, nach maximal 480 Sekunden die Übung mit der Meldung „Brand aus“ beendet sein. Dazu kommen die Rettung einer eingeklemmten Person aus einem Unfallfahrzeug und eine umfangreiche Theorieprüfung.

Eine Herausforderung, der sich am Wochenende in Rißtissen 20 Gruppen stellten. 18 traten zum Leistungsabzeichen in Silber an, weitere zehn legten die Prüfung in Bronze ab. Unter den Teilnehmern waren Feuerwehren aus 27 Städten und Gemeinden im Alb-Donau-Kreis; dazu kamen Gruppen aus Ulm sowie den Kreisen Biberach und Reutlingen. Kreisbrandmeister Ralf Ziegler zeigte sich angesichts der starken Meldezahlen begeistert – und noch mehr ob der Leistungen, die die Feuerwehrmänner und -frauen unter den aufmerksamen Augen von insgesamt 17 Schiedsrichtern erbrachten.

Wichtig für die Ausbildung

„Wir achten darauf, dass alles passt“, fasst Obmann Christian Egger ihre Aufgabe zusammen. Die Möglichkeiten, Fehler zu machen, sind vielfältig: Jedes Rennen während der Übung, jede vergessene Lagemeldung an die Leitstelle, jeder zu leise oder unvollständige Befehl schlagen mit drei Minuspunkten zu Buche. Vergisst der Gruppenführer, einen als Zeugen auftretenden Anwohner zum Geschehen zu befragen, kostet das zehn Punkte. Beachten Einsatzkräfte Befehle nicht, werden abermals zehn Zähler notiert. Maximal 30 Fehlerpunkte dürfen die Bronze- und Silbergruppen im Löscheinsatz sammeln, maximal 20 die Gold-Gruppen.

Für Egger sind die Ergebnisse auch außerhalb der Übung interessant. „Im Grunde sind solche Veranstaltungen nichts anderes als Lernzielkontrollen der Ausbildung im Alb-Donau-Kreis.“ Falle dabei auf, dass viele Gruppen dieselben Fehler machten, fließe der betreffende Aspekt in zukünftige Schulungen verstärkt ein.

Für die Feuerwehren sei das Leistungsabzeichen eine Gelegenheit, den eigenen Stand zu erfassen und sich mit Kameraden zu messen. Während das Leistungsabzeichen in Bronze für die Ausbildung zum Truppführer verpflichtend ist, sind die Stufen Silber und Gold rein freiwillig. Dennoch stellen sich regelmäßig viele Feuerwehren im Kreis zum Teil sogar mit mehreren Gruppen der Herausforderung. „Das macht absolut Sinn“, findet Egger.

Gastgeber Rißtissen glänzte

Vier bis sechs Monate Vorbereitung stecken in einer erfolgreichen Teilnahme. Von den 48 in Rißtissen angetretenen Gruppen konnten 41 die Leistungsübung bestehen. Zwei Gold- und fünf Silber-Teams wurde zum Teil die eigene Nervosität, zum Teil schlichtes Pech zum Verhängnis. Sie erhalten am Freitag eine zweite Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen.

Unter denen, die das Abzeichen in der Tasche haben, stachen drei Gruppen ganz besonders hervor: Die beiden Gold-Teams des Gastgebers Ehingen Abteilung Rißtissen, die für Kreisbrandmeister Ralf Ziegler „zu den besten Gruppen“ gehörten und ihre Aufgaben fast durchweg ohne Fehler meisterten – und eine gemeinsame Gold-Gruppe der Feuerwehren Balzheim und Illerrieden, die trotz eines Schlauchplatzers die Nerven behielten.

200

Sekunden haben Einsatzkräfte im Löscheinsatz für das goldene Leistungsabzeichen Zeit, um eine funktionierende Wasserversorgung aufzubauen.

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