Regglisweiler Festabend zum 20-jährigen Bestehen des Pflegeheims St. Maria

MARTIN DAMBACHER 22.09.2014
Klein aber fein - so lässt sich der Festabend mit Posdiumsdiskussion wohl am besten beschreiben. Denn wie bei der täglichen Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger ging es nicht um Masse, sondern um Klasse.

Schon Johann Wolfgang Goethe wusste, dass von Herzen kommen muss, was auf Herzen wirken soll. Dass dies so ist, beweist das Regglisweiler Senioren- und Pflegeheim St. Maria seit über 20 Jahren eindrucksvoll, und auch der Festabend am vergangenen Freitag zum Jubiläum war mit wenigen Grußworten und einer Podiumsdiskussion zum Thema "Ein gutes Leben mit Demenz" etwas anders gestaltet als man es von Festabenden gewohnt ist.

Den Auftakt zur Feierstunde mit rund 50 Gästen im Foyer des Pflegeheims machte der Chor "Masithi" der Behinderteneinrichtung St. Konrad in Haslach bei Ravensburg, welche wie das Pflegeheim St. Maria Regglisweiler Teil der Theresia-Hecht-Stiftung ist. Auch die Einladungskarte zum Festabend wurde von Bewohnern des St. Konrad-Hauses gestaltet, wie Heimleiterin Claudia Stegmann-Schaffer in ihrer Begrüßung wissen ließ.

Der stellvertretende Bürgermeister Klaus Greck lobte den unermüdlichen Einsatz bei Tag und Nacht für die 60 im Heim lebenden Senioren und hob die Bedeutung von St. Maria für Dietenheim und Regglisweiler nochmals hervor. Denn dank der hervorragenden Arbeit hätte die Einrichtung nicht nur einen sehr guten Ruf weit über die Stadtgrenzen hinaus, mit aktuell 54 Mitarbeiten stelle es auch eine wichtige Arbeitsstätte für das Illerstädtchen samt Teilort dar.

Anfangs sah dies natürlich noch ein wenig anders aus, schilderte Schwester Ancilla im Anschluss, denn beim Einzug im Juli 1994 waren es gerade einmal vier Mitarbeiterinnen plus einige Schwestern, die sich um die damals siebzehn zu pflegenden Männer und Frauen kümmerten (wir berichteten). Nach dem Motto "Stillstand ist Rückschritt" wurde das Senioren- und Pflegeheim in den Folgejahren Stück für Stück ausgebaut und erweitert, seit dem Jahr 2000 lenkt die heutige Heimleiterin Claudia Stegmann-Schaffer die Geschicke von St. Maria. Dass dies aufgrund gesetzlicher Vorschriften, Fachkräftemangel und dem soziodemographischen Wandel nicht immer leicht sei, sei kein Geheimnis, so Stegmann-Schaffer in ihrem Rückblick, wenn man sich wie in St. Maria aber beweglich und offen für Neues zeige, könne man auch als kleines Haus viel erreichen. Im Vordergrund müsse für sie dabei immer der Mensch und die Beziehung zu ihm stehen, erklärte Stegmann-Schaffer weiter, beides würde in St. Maria durch die moderne Pflegephilosphie "Humanitude" und die seelsorgerische Begleitung durch die Schwestern erreicht.

Ergänzend dazu rückte Geschäftsführer Christian Gmeiner nochmals das Personal und die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Mittelpunkt, ohne deren Einsatz und Engagement eine solche Einrichtung nicht funktionieren würde. Ein besonderer Dank ging dabei an die fünf langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zum Teil schon vor dem Bau von St. Maria Pflegebedürftige im "roten Stock" des Klosters Brandenburg umsorgten. Als Anerkennung überreichte die Heimleiterin Blumen und Geschenkgutscheine.

Welch ein Geschenk die Erfahrungen solcher Mitarbeiter vor allem bei der Pflege von Demenzkranken sind, kam bei der anschließenden, von Pastoralreferent Alfons Leienseder moderierten Podiumsdiskussion klar heraus - als Gesprächspartner waren die freiberuflich tätige Altentherapeuthin Ruth Wetzel, Werner Ruf vom Betreeungsverein Ulm sowie Dr. Karl-Heinz Frey, Chefarzt für Alters- und Psychotherapie in Bad Schussenried, zu Gast. Das Wichtigste bei der Pflege von Demenzkranken sei laut den Experten die Betreuung auf Augenhöhe sowie die Ermöglichung eines möglichst selbstbestimmten Lebens und Miteinanders, auch wenn die Voraussetzungen vor allem für die Angehörigen hierfür sicher nicht immer leicht seien. Deshalb würden Einrichtungen wie das Senioren- und Pflegeheim St. Maria mit eigenem Demenzbereich eine immer wichtigere Rolle spielen, um den Patienten auf Dauer ein geeignetes Zuhause bieten zu können. Dass dies in Regglisweiler gegeben ist und wie heimelig es in den einzelnen Stationen ist, konnten die Gäste im Anschluss an die Podiumsdiskussion bei einer Hausführung erkunden.