Westerstetten 50 Jahre Musikverein: Fest wie aus dem Bilderbuch

Westerstetten / Franz Glogger 25.06.2018

Ein halbes Jahrhundert Musikverein. Wenn das kein Grund zum Feiern ist. Entsprechend ließen es die Westerstetter Musiker am Wochenende krachen. Nahezu wörtlich, denn am Freitag standen die „Albkracher“ im Mittelpunkt. Bei der Partyband spielt MV-Vorsitzender Daniel Seemann Trompete – und sie feiert in diesem Jahr ihr fünfjähriges Bestehen. Die Combo sorgte für Stimmung gemeinsam mit den „Dirndl Knacker“ und den „Allgäu Yetis“ sowie dem Berliner Entertainer „Ole ohne Kohle“. „Ihn haben wir für ein bisschen Ballermann-Feeling für unser ganz junges Publikum geholt“, sagte Seemann:  „Es war eine Superstimmung.“ Besonders gefreut hat ihn, dass alle Generationen vertreten waren und einen Riesenspaß hatten.

30 Jahre Kindergarten

Der Samstag gehörte den Kindern. Mit dem vom Kindergarten organisierten Fest feierte die Einrichtung zugleich ihr 30-jähriges Bestehen. Im Zelt hatten die Besucher viel Freude bei den Auftritten der Gruppen, und draußen konnten sich die Kinder auf einer Spielstraße austoben. Der gestrige Sonntag begann mit einem Gottesdienst. Zum anschließenden Frühschoppen spielte der Musikverein „Lyra“ Tomerdingen auf. Um 13 Uhr begann die Aufstellung zum Höhepunkt des Fests, dem großen Umzug. 38 Gruppen hatten sich dafür herausgeputzt. Angeführt von den Hausherrn und Bürgermeister Alexander Bourke auf einem knatternden Lanz-Bulldog hatte beispielsweise die Musikerjugend auf einem Festwagen Platz genommen. Zwischendrin das Gewusel des Kindergartens, gestrenge Lehrerinnen und züchtig gekleidete Grundschulkinder sowie Sportgruppen, vom Nachwuchs der Fußballer bis zu den Faustballern des TSV Westerstetten. Landwirte zeigten historische Arbeitsgeräte, die Feuerwehr Breitingen rückte mit einem Spritzenwagen von anno 1884 an.

Jeder Verein hat sich etwas einfallen lassen

Die Landfrauen zeigten den Wandel der Frau vom Lande – stand sie einst als Heimchen am Herd, bleibt heute die Küche für Bildung, Reise und Sport schon mal kalt. Jeder Verein der Albgemeinde und etliche Auswärtige, etwa der Schützenverein Attenhofen und die Volkstanzgruppe Ballendorf, hatten sich für den Festumzug etwas einfallen lassen. Zwischendurch sorgten Musikkapellen für den richtigen Ton. „Praktisch alle Vereine des Albmusikerrings waren dabei. Das freut mich riesig“, sagte Seemann. Dem Umzug schlossen sich ein Gesamtchor auf der Festwiese an sowie Unterhaltung von acht Kapellen im Zelt. Zum Ausklang spielte der Musikverein Unterroth .

Vorsitzender Seemann blickte gestern auf ein rundum gelungenes Fest zurück. „Das halbe Dorf“ habe sich bei rund 380 Arbeitseinsätzen eingebracht, alle Vereine hätten die Musiker bei den Vorbereitungen und dem Fest selbst unterstützt. Als I-Tüpfelchen gab es nahezu Bilderbuchwetter und keinen einzigen Vorfall. „Wir sind sehr, sehr zufrieden“, sagte Seemann.

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