Dietenheim Ferienspaß-Tag: Taekwondo bis Bogenschießen - Und zum Entspannen die Polizei

Dietenheim / DAVE STONIES 01.09.2014
Ein Besuch bei der Polizei, eine Radfahrt nach Kirchberg, Taekwondo-Training und ein Schnupperkurs mit Pfeil und Bogen: Dieser Ferienspaß-Tag unter Regie des Sozialarbeiters Jochen Frajhaut hatte es in sich.

Von wegen, Sport ist Mord. Beim jüngsten Angebot des städtischen Ferienangebots machten die Teilnehmer quasi einen Tag lang Sport - und merkten es gar nicht. "Die Kinder sollen den ganzen Tag an der frischen Luft verbringen und sich dabei auch viel bewegen", erläuterte der Dietenheimer Sozialarbeiter Jochen Frajhaut das Ziel dieses Ferientags. Bewusst provokant sei der Titel "Sport ist Mord", räumt Frajhaut ein. Denn, dass sich viele Jugendliche zu wenig bewegen, ist bekannt.

Der erste Termin des Tages verlangte aber erst einmal keine körperlichen Höchstleistungen von den 18 Kindern. Morgens besuchten die Teilnehmer im Alter von sechs bis 15 Jahren die örtliche Polizei. Dort konnten sie einen Mannschaftstransportwagen der Ulmer Kollegen inspizieren, den die beiden Polizeihauptkommissare Wolfgang Scholz und Klaus Greck für ihren Besuch extra organisiert hatten. Neben dem Fahrzeug interessierten sich die Kinder auch für den Verwahrraum im Polizeiposten. Dieses Zimmer ist keine Ausnüchterungszelle. Die Zelle werde benutzt, wenn beispielsweise ein Gesuchter im Dietenheimer Zuständigkeitsbereich aufgegriffen wird, erläuterten die Beamten. "Bis zur richterlichen Vorführung wird der dann dort verwahrt", erklärten sie. Außerdem demonstrierten die beiden Beamten, wie ein Polizist im Einsatzanzug aussieht. Diese Ausrüstung besteht aus verschiedenen Protektoren, die empfindliche Körperstellen wie Knie, Ellbogen oder Schienbein schützen soll. "So haben die Kinder einen Polizisten vermutlich noch nie gesehen", sagte Frajhaut.

Wie die eigene Körperkraft geschickt eingesetzt wird, lernten die Kinder anschließend beim Taekwondo-Workshop. Trainer Oliver Schaich vom TSV Dietenheim zeigte den Kindern einfache Übungen, Kicks und Techniken. Die Buben und Mädchen waren ununterbrochen in Bewegung und kamen ordentlich ins Schwitzen.

Nach einem Mittagssnack am Jugendhaus radelten die Kinder nach Sinningen und Kirchberg. Während sich die jüngeren Teilnehmer im Streichelzoo vergnügten, konnten die älteren ihre Geschicklichkeit beim Bogenschießen unter Beweis stellen. Der Schützenverein in Kirchberg hatte auf seinem Gelände ein großes Areal mit Zielscheiben aufgebaut. Bevor es jedoch losging, lauschten alle zunächst aufmerksam, was Trainer Rudi Sparakowski. zu sagen hatte. "Der Bogen ist eine Waffe und Sicherheit ist oberstes Gebot", mahnte er. Zwar wird im Verein der Bogen als Sportgerät genutzt, dennoch könne es gefährlich werden, wenn die Pfeile mit bis 90 Meter pro Sekunde durch die Luft fliegen. Die Übungs-Bögen, die Sparakowski im Gepäck hatte, hatten nur geringes Zuggewicht. Nach dem Anspannen flogen die Pfeile auf die gut zehn Meter entfernte Zielscheibe. Anfangs rauschten viele am Ziel vorbei, doch dann wurden die Kinder immer treffsicherer. "Es ist anstrengend, aber es macht auch sehr viel Spaß", kommentiere die zwölfjährige Luisa Häußler aus Regglisweiler diesen besonderen Sport. Der Schützenverein war heuer das erste Mal Ziel des Dietenheimer Ferienspaßes. Doch die Schützen sind im Umgang mit "Ferien-Kindern" schon alte Hasen. Auch andere Gemeinden aus der Region besuchten die bekannten Kirchberger Bogenschützen bereits. Zum Schluss konnten die Kinder in einem Turnier ihre Kräfte messen, bevor es dann mit dem Fahrrad zurück nach Dietenheim ging.