Laichingen/Feldstetten Feldstetten beschließt Paket zur Verkehrsberuhigung der B 28

Die Ortsdurchfahrt Feldstetten soll verkehrsberuhigt werden. Foto: Brigitte Scheiffele
Die Ortsdurchfahrt Feldstetten soll verkehrsberuhigt werden. Foto: Brigitte Scheiffele
BRIGITTE SCHEIFFELE 04.10.2013
In Feldstetten sollen zwei Messanlagen an den Ortsenden den Verkehr entschleunigen. Ebenso eine Fahrbahnverengung mit Ampel. Diesem ersten Paket der Verkehrsberuhigung stimmte der Ortschaftsrat zu.

Die Feldstetter fordern schon lange eine Verkehrsberuhigung im Zuge der Ortsdurchfahrt. Jetzt wurde vom Ortschaftsrat ein erstes Paket verabschiedet. Bei der Umsetzung wünscht das Gremium eine ortsgerechte Gestaltung im Sinne des Entwicklungsprogrammes Ländlicher Raum (ELR). Das verdeutlichte Reiner Schmutz in der jüngsten Ortschaftsratssitzung und unterstützte damit den Gestaltungsvorschlag seines Amtskollegen Werner Mack: "Ich will, dass man die Verkehrsentschleunigung gestalterisch herausarbeitet und nicht nur zwei Blitzer an den Ortsrand stellt. Die Situation im Ort ist an vielen Stellen zu riskant, um sicher mit dem Fahrzeug aus den Ausfahrten auf die B 28 zu fahren."

Dass im Gremium einstimmig ein weit schmäleres "erstes Maßnahmenpaket" zur Verlangsamung des Durchgangsverkehrs verabschiedet wurde, lag an Planungsfakten, die Bauamtsleiter Günter Hascher vortrug, und an einem Appell von Bürgermeister Klaus Kaufmann. Letzterer lobte das Einbringen der eingereichten "guten Vorschläge" aus der Bevölkerung, warnte aber davor, zum Beispiel bei einer Straßenverengung durch eine Verkehrsinsel oder einer "Straßenverschwenkung lediglich drei Häusern allein die Lärmlast aufzulegen", an deren Haus im Falle einer Fahrbahnverengung der Verkehr noch näher vorbeiführe. Zudem sei unbedingt an die Kosten zu denken.

Rückblick: Im Jahr 2011 wurde für den Stadtteil Feldstetten ein Ortsentwicklungskonzept aufgestellt, das auch eine städtebauliche Verbesserung in der Ortsmitte vorsieht. Zudem ist die Teilgemeinde durch das starke und schnelle Befahren der geradlinig verlaufenden B 28 in der Ortsdurchfahrt schwer belastet. Nachdem eine Südumfahrung in den nächsten Jahren nicht gebaut wird, wurden im Dezember Umgestaltungsmaßnahmen in einer Bürgerversammlung vorgestellt, bei der es laut Ortsvorsteherin Elisabeth Enderle zunächst "wenig konstruktive Wortmeldungen gab". Aus der Bevölkerung kamen dann aber nach Aufforderung der Verwaltung doch noch 16 Gestaltungsvorschläge. Diese bezog die Stadt Laichingen in neue Planungsüberlegungen ein und das Bauamt prüfte mit einem Ingenieurbüro, der Straßenverkehrsbehörde und der Straßenbaubehörde deren Realisierbarkeit.

Ergebnisse: Ein Kreisel am westlichen Ortsrand müsste wegen des durch Feldstetten führenden Schwerlastverkehrs überfahrbar gestaltet werden, womit sich eine Geschwindigkeitsreduzierung schlecht erreichen lasse. Bei einer Verlegung der Querungshilfe reicht die bestehende Breite der öffentlichen Verkehrsfläche nicht aus. Bei einer Fahrbahnschwenkung rückt die Straße näher an bestehende Gebäude und verschlechtert deren Wohnsituation. Stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen wurden am häufigsten angeregt und könnten eingerichtet werden.

Die Laichinger Stadtverwaltung schlug deswegen zwei stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen vor, eine Veränderung mit Grünanlage und Ampel im Einfahrtsbereich zur Kirche sowie eine optische Veränderung im Bereich Lange Straße mit Begrünung und Kurzzeitparkplätzen. Kommen die Zuschüsse, liegen die Kosten bei 124 000 Euro. "Werden keine Zuschüsse gezahlt, kostet es uns rund 40 000 Euro mehr" betonte Hascher. 133 000 Euro habe die Stadt im Investitionsprogramm 2014 vorgesehen. Die Stadt hat für Umgestaltungen in Feldstetten auch einen ELR-Zuschussantrag gestellt, dieser muss bis nächste Woche konkretisiert werden.

Die Räte stimmten nach ausgiebiger Diskussion nur für die Blitzanlagen und die Erneuerung des Bereichs an der Kirche. Greifen diese Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung nicht, müsse eine Nachbesserung erfolgen. Das Paket soll 2014 verwirklicht werden.