Beziehung Feier nur mit geladenen Gästen

Laichingen / Sabine Graser-Kühnle 21.08.2018

Feierlich haben die Städte Laichingen und Neswisch gemeinsam mit der West-Ost-Gesellschaft (WOG) ihre 25 Jahre währende Freundschaft gewürdigt. Die Bevölkerung war jedoch zu  den offiziellen Feierlichkeiten nicht eingeladen worden. So fand auch der kleine Festumzug nach den Feierlichkeiten keine Beachtung, und  beim anschließenden Ständchen der Stadtkapelle bei der Stadtfestbühne waren die Tischreihen nur mäßig besetzt. „Die Feier gehört auf das Stadtfest“, kommentierte ein Laichinger Stadtfestbesucher.

Bürgermeister Klaus Kaufmann räumt im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE zwar ein, dass „viele Varianten denkbar gewesen wären“, doch habe er  sich für den Rahmen mit geladenen Gästen entschieden, aus Rücksicht auf das traditionelle Programm der Vereine für ihr Stadtfest. Sein Eindruck war, dass diese Geburtstagsfeier gut bei den Gästen und ebenso den Mitgliedern der WOG angekommen ist.

Kaufmann überlegt, die Freundschaft mit Austauschen zwischen Schülern und der Wirtschaft weiter auszubauen. Auf der Schülerebene könnte dies freilich nur geschehen, wenn auf beiden Seiten entsprechender Sprachunterricht stattfinden würde, schränkt er jedoch ein. „Da müsste bei uns eine Russisch-AG eingerichtet werden, was nicht ganz einfach sein dürfte, auch weil zu wenige Lehrer verfügbar sind.“ Einen Austausch mit örtlichen Wirtschaftsbetrieben und öffentlichen Einrichtungen hält er eher für realisierbar. „Weißrussland ist im Aufbruch in eine moderne Zukunft und steht vor großen Herausforderungen, da könnte es zu einem Wissenstransfer durch unsere tollen Unternehmen kommen.“ In Teilen geschieht das bereits.

Urkunde würde nichts ändern

Auch der WOG liegt daran, die Städtefreundschaft auszubauen. Einzelne wünschen sich, aus der Freundschaft eine Partnerschaft zu machen.  Kaufmann sieht dazu keinen Anlass. „Man kann sich darüber Gedanken machen, aber es würde sich weder für die Stadt noch die WOG etwas ändern, außer dass man eine Partnerschaftsurkunde unterzeichnet. Unsere Beziehungen können auf Basis der Städtefreundschaft ebenso intensiv wie in einer kommunalen Partnerschaft fortgesetzt werden.“ Ob eine Partnerschaft eine breite Mehrheit in Laichingen finden würde, könne er nicht beurteilen.

Info Die EU fördert partnerschaftliche Beziehungen mit bis zu 25 000 Euro pro Projekt. Basis wäre sowohl das Kennenlernen des unterschiedlichen kulturellen und historischen Hintergrunds als auch der Austausch über aktuelle Herausforderungen in Europa.

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