Illertissen Familienstützpunkt eingeweiht

Es war eine familienfreundliche Einweihung mit Stützpunktleiterin Claudia Glogger (grüne Jacke), Kerstin Breymaier vom Rathaus und Staatssekretärin Carolina Trautner (von rechts.).
Es war eine familienfreundliche Einweihung mit Stützpunktleiterin Claudia Glogger (grüne Jacke), Kerstin Breymaier vom Rathaus und Staatssekretärin Carolina Trautner (von rechts.). © Foto: Manuela Rapp
Illertissen / Manuela Rapp 06.12.2018

Claudia Glogger hat eine spannende Aufgabe übernommen: den Aufbau des Familienstützpunktes in Illertissen. Er ist – neben Vöhringen und Weißenhorn – der dritte im Landkreis Neu-Ulm. „Der Familienstützpunkt soll ein niederschwelliges Bindeglied zwischen Familien und bestehenden Hilfssystemen und Angeboten sein“, erklärt sie die Idee hinter dem Konzept. Sie arbeite bedarfsorientiert. Daraus resultiere, dass auch jeder Stützpunkt andere Schwerpunkte hat. Ganz wichtig für die 32-Jährige: „Wir wollen keine Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen sein.“ Vielmehr lasse sich zusammen mehr erreichen. Fachliche und soziale Vernetzung stehen dabei im Fokus.

Das schienen auch die rund 60 Gäste aus allen möglichen sozialen Bereichen – von der Kindergartenleitung bis hin zum Jugendamt – bei der Einweihung so zu sehen. Jedenfalls platzte das  Mehrgenerationenhaus, wo sich Claudia Gloggers Büro seit Mitte Oktober befindet, fast aus allen Nähten. Allen voran waren Vertreter der fünf Kommunen Illertissen, Buch, Altenstadt sowie Unter- und Oberroth gekommen, die das Projekt zunächst einmal bis zum Jahresende 2020 zur Hälfte finanzieren werden.

 „Es gibt viele Herausforderungen, mit denen Familien konfrontiert werden“, sagte Illertissens Bürgermeister Jürgen Eisen. Das neue Angebot sei „ein Bekenntnis zur Familie.“ Die unterschwellige Hilfe solle ein Anlaufziel für alle sein. Sehr gefreut habe ihn die interkommunale Zusammenarbeit. Das stellt für Eisen auch ein Zeichen dar, dass der südliche Landkreis zusammenhält.

Claudia Glogger zählt drei Arbeitsschwerpunkte auf. Der erste: „Ich möchte Ansprechpartnerin, Beraterin für alle sein.“ Was braucht die Familie, darum gehe es zunächst. Zweitens: „Ich sehe mich als Lotse, Wegweiser, Türöffner.“ Ihrer Erfahrung nach befinden sich Familien in einem Veränderungsprozess, meint die Sozialpädagogin. Sie nennt Paarprobleme, Erziehungsfragen oder Wohnraum, der nicht passt – sie könne die entsprechenden Kontakte herstellen. Punkt drei auf  Gloggers Agenda ist die Elternbildung – auch hier ganz niederschwellig. Noch einmal hebt sie hervor: „Wir wollen keine Konkurrenz sein etwa zu Kursen der VHS.“ Hinzu zu fügen ist noch: „Die Beratung ist immer so, dass sie sich alle leisten können.“

Als weiterer Kostenträger mit ebenfalls 50 Prozent fungiert der Landkreis. „Der Stützpunkt soll Familien helfen und unterstützen, um das gemeinsame Leben gelingen zu lassen“, meinte Landrat Thorsten Freudenberger. Familie könne auch schwierig sein, sei nicht nur Idealbild. Es könnten sich existenzielle Fragen stellen, etwa dann, wenn es ums Geld geht. Der Redner dankte für die Initiative des Freistaats Bayern, der die Stützpunkte fördert. „Es braucht aber auch die Kommunen dazu.“ In Illertissen entstehe ein wichtiger Baustein für einen familienfreundlichen und sozialen Landkreis Neu-Ulm.

Claudia Gloggers Beratungszeiten sind flexibel. Ihr Büro ist zwar im Mehrgenerationenhaus, Spitalstraße 12, angesiedelt, doch nach dem Jahreswechsel werde sie auch Außensprechstunden anbieten. „Definitiv wird das in Buch und Altenstadt sein.“ Konkretes sei noch nicht besprochen worden. „Beiden Gemeinden ist das wichtig, der Wunsch ist da.“ Zeit und Umfang werde sich zeigen. In Unter- und Oberroth werde geschaut, wie der Bedarf sei.

Selbst die Münchner Politik ist bei der Einweihungsfeier dabei – mit Carolina Trautner, Staatssekretärin für Familie, Arbeit und Soziales. „Familienstützpunkte sind wertvolle Partner, dass niemand verloren geht“, betonte sie. Hier würden sie ein wertvolles Netzwerk finden, das Hilfe biete und Lösungen in belastenden Situationen.

„Ich fühle mich sehr eingebettet“, findet Claudia Glogger. Sie fange nicht bei null an. Das Mehrgenerationenhaus biete schon eine Basis, der Stützpunkt sei in einem bunt belebten Haus verortet. Das gelte auch für den sozialen Raum: Schulen und Kindergärten befinden sich rund herum. „Ich bin keine Einzelkämpferin, sondern docke an ein Team an.“

Kooperation zwischen Kommunen und Kreis

Kosten Der neue Familienstützpunkt wird im Jahr rund 70 000 Euro kosten. Davon trägt Illertissen rund 20 000 Euro, rund 15 000 Euro entfallen auf Buch, Altenstadt sowie Unter- und Oberroth. Der Landkreis übernimmt die restlichen rund 35 000 Euro. Zu erreichen ist Leiterin Claudia Glogger unter Tel.  0162-970 41 57 oder unter familienstützpunkt@illertissen.de

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