Ob der Morgen im Bad Blau schon seit 30 Jahren damit beginnt, dass eine Nachbarin des Bads bereits vor der Öffnung an der Tür wartet, das kann niemand mehr so genau sagen. Doch für die Schwimmmeisterin Kerstin Wolf, für Marketingleiterin Jessica Störzer und für Geschäftsführer Jürgen Stübler gehört der Anblick der älteren Dame mit Badekappe, die jeden Morgen als erste im Schwimmerbecken ihre Bahnen zieht, seit Jahren fest dazu. Auch wenn keiner von ihnen von Anfang an mit dabei ist, können die drei zum runden Geburtstag einiges über das Bad und die drei Jahrzehnte seit der Eröffnung im Oktober 1989 erzählen.

Besucheranzahl schwankt stark

„Seit Samstag möglich: statt ans Rote Meer ins Bad Blau“. So überschrieb die SÜDWEST PRESSE am 30. Oktober 1989, dem Montag nach der Eröffnung, ihren Artikel zum ersten Freizeitbad in der Ulmer Region. Mit 400 Besuchern pro Tag hatte die Gemeinde damals gerechnet, damit sich die Baukosten von rund 13 Millionen Mark amortisieren. „Mehr als 1000 waren es dann“, sagt Geschäftsführer Jürgen Stübler.

„Übervoll“ sei das Bad, für dessen Bau auch ein rühriger Förderverein Geld gesammelt hatte, in den ersten Jahren gewesen. Als 1992 das Nautilla in Illertissen und 1999 das Atlantis in Neu-Ulm eröffneten, gingen die Besucherzahlen laut Stübler „dramatisch zurück“. Umgekehrt brachte das Aus des Atlantis 2010 den Blausteiner Eigenbetrieb an Kapazitätsgrenzen. „Das Ergebnis im Jahr 2010 war überaus positiv, die Arbeitsbelastung aber sehr hoch“, erinnert sich Stübler, der seit 2003 beim Bad Blau ist.

Trotz schwankender Besucherzahlen und Einnahmen sei es gelungen, die Qualität zu halten, sagt er. Auch die Kostendeckung, die bei 80 Prozent liegt, sei im Vergleich zu anderen Bädern sehr hoch. Ertrag bringt vor allem die Sauna, die mit den Jahren zu einer größeren Landschaft erweitert wurde – während „Wasserfläche kostet“. Die Becken sind insgesamt 650 Quadratmeter groß, erweitert wurden sie nicht – stattdessen wurden die Rutsche und der Kinderbereich erneuert.

Alb-Donau-Kreis / Kreis Neu-Ulm

In der Sauna wird’s persönlich

Unfälle im Bad Blau seien bisher glimpflich abgelaufen, sagt Stübler: „Toi, toi, toi – unser Hauptziel ist es, dass jeder das Bad wieder gesund verlassen kann.“ Im Idealfall sogar einen Ticken gesünder, sagt Jessica Störzer, die sich gerne mit Gästen über die Wirkung von Solebecken und Sauna unterhält.„Es wird schon sehr persönlich“, sagt die Mitarbeiterin: „Man nähert sich an, wenn man in der Sauna sitzt und jemand macht den Aufguss.“ Auch Stübler spricht gerne in der Lapplandsauna mit Gästen: „Wir sind eine Begegnungsstätte.“ Seine liebste Zeit im Bad Blau sei jedoch der Kontrollrundgang vor dem Wochenende am Freitag, 8 Uhr früh – im leeren Bad.

Bau eines weiteren Beckens

Kerstin Wolf, Fachangestellte für Bäderbetriebe, mag vor allem die Kurse, die sie im Bad gibt. Auch die waren vor 30 Jahren schon geplant: „Künftig soll es jeden Donnerstag Wassergymnastik geben“, stand im Eröffnungsartikel. Daraus wurden Aquafitness, Aquacycling, Aquasplash und Aquajogging: Mit dem rapide gewachsenen Kursangebot kommt das Bad an seine Grenzen, denn bisher finden die Kurse im so genannten Abenteuerbecken statt – neben planschenden Kindern. Blaustein plant deshalb den Bau eines zusätzlichen Bewegungsbeckens für rund 1,7 Millionen Euro. Der Gemeinderat hat noch nicht final entschieden, aber ersten Entwürfen zugestimmt.

Die Stadt hofft auch auf Einnahmen durch das Becken: Es gibt bereits Anfragen für betriebliche Gesundheitskurse. „Ein Bewegungsbecken wäre die größte Investition, aber auch die zukunftsweisendste“, sagt Bürgermeister Thomas Kayser – „für die nächsten 30 Jahre“.

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