Kirche Familie als Rückhalt und Ansporn

Heidi Knöppler bei ihrer Investitur in Nellingen (von links:) Ehemann Dr. Thomas Knöppler, Heidi Knöppler, Pfarrkollegin Sandra Baier und Dekan Frithjof Schwesig.
Heidi Knöppler bei ihrer Investitur in Nellingen (von links:) Ehemann Dr. Thomas Knöppler, Heidi Knöppler, Pfarrkollegin Sandra Baier und Dekan Frithjof Schwesig. © Foto: Brigitte Scheiffele
Nellingen / Brigitte Scheiffele 12.01.2019

Heidi Knöppler ist Pfarrerin. An Epiphanius, dem Fest der Heiligen drei Könige, feierten die Kirchengemeinden Nellingen und Oppingen ihre Investitur. Ab jetzt teilt sich die 47-jährige Mutter von sechs Kindern eine Pfarrstelle mit Pfarrerin Sandra Baier. Auch sie ist Mutter von zwei Kindern und feierte am 20. März 2016 ihre Investitur in der Andreaskirche.

Im Juli 2017 hat Heidi Knöppler die Schwangerschaftsvertretung für Sandra Baier übernommen. Mittlerweile haben die beiden Pfarrerinnen und leidenschaftlichen Mütter eine Lösung zur beiderseitigen Zufriedenheit gefunden. Den Mitgliedern der Kirchengemeinden ist Heidi Knöppler also schon bestens bekannt wie sie selbst bei der Investitur äußerte: „Es ist ein bisschen schwierig mich hier vorzustellen, wenn man schon anderthalb Jahre hier ist.“

Vieles von ihrer Seelsorgerin kennen aktive Christen in Nellingen und Oppingen aus über 40 Predigten. Auch bei 18 Bestattungen, drei Trauungen und sechs Taufen haben sie Heidi Knöppler schon als Pfarrerin erlebt. Begegnungen mit ihr vermittelten den Gemeindegliedern stets eine optimistische, engagierte und zupackende Frau.

In Ruit auf den Fildern geboren machte Knöppler in Nellingen auf den Fildern ihr Abitur, dem sich in Tübingen und Uppsala (Schweden) ein Studium der Theologie  und zwei Semester Ägyptologie anschlossen. Ihr Vikariat absolvierte Heidi Knöppler von 2002 bis zu ihrem zweiten Examenszeugnis 2007 in Crailsheim-Altenmünster. „Dann kam noch ein halbes Jahr Pfarrerin zur Anstellung in Marktlustenau und Waldtann. Das Ende meiner unständigen Zeit war von Juli 2017 bis November 2018 in Nellingen und Oppingen.

„Manchmal ist der Weg weit, der zum Ziel führt“, bemerkte Dekan Friethjof Schwesig bei der Investitur demnach  treffend. Doch die großen zeitlichen Lücken ihrer beruflichen Karriere sind durch Heidi Knöpplers zweites Betätigungsfeld begründet: Ihre Familie. Ihren Mann, den Pfarrer Dr. Thomas Knöppler, der in Heroldstatt tätig ist, hat sie in dieser Zeit geheiratet.  Zweimal seien sie umgezogen – „mit Mann und Maus und Sack und Pack“ und allen sechs gemeinsamen Kindern im Alter zwischen sechseinhalb und 21 Jahren.

„Wir leben jetzt glücklich im Pfarrhaus in Ennabeuren, wobei mein Mann auch für Sontheim zuständig ist. Und wir fühlen uns pudelwohl. Aber auch hier ist schon ein Ende der Dienstzeit meines Mannes bis in sechs Jahren erkennbar. Der Ruhestand naht“, berichtet Heidi Knöppler. Danach werde sie dann wohl eine Ganztagesstelle annehmen. Neben den sechs Kindern gibt es noch ein weiteres, vierbeiniges Familienmitglied: Einen Hund. Heidi Knöppler betont: „Er ist der meines Mannes.“ Die Betonung liege auf „Mann“ und das sei wichtig, wenn es darum gehe, Gassi zu gehen.

Natürlich sei es nicht ganz einfach, ein Pfarramt, auch wenn nur ein halbes, mit einer Großfamilie zu kombinieren. „Aber ich wäre nicht die, die ich bin, wenn es meine Familie nicht gäbe“, betont sie. Privatleben und Dienst will sie räumlich unbedingt trennen, die Familienerfahrung aber mit auf die Kanzel, in Gruppen und Kreise nehmen. Warum? „Weil meine Familie die Verkündigung und die Arbeit in der Gemeinde und Schule mit Leben und Aktualität füllen wird und mir hilft, das Wort Gottes verständlich weiterzutragen.“

Die mehrfache Mutter kennt aus eigener Erfahrung das Leben und die Aufgabenstellung in einer Familie und auch in der Sprache der Jugend werde sie Tag für Tag gecoacht. „Das hilft mir beim Konfi-Unterricht.“

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