Am Sonntag wird in Dellmensingen mit einem Spaziergang gegen Rechts an den Anschlag auf eine Roma-Familie erinnert. Das teilt der Landesverband der Deutschen Sinti und Roma mit. Vor einem Jahr sollen fünf junge Männer eine Fackel an einen Wohnwagen geworfen haben, in dem eine Frau und ihr neun Monate altes Kind schliefen. Die jungen Männer stehen derzeit in Ulm vor Gericht.
Die Initiative für den Spaziergang kam dem Verband zufolge von Dellmensinger Bürgern, die sich an den Vorsitzenden Daniel Strauß gewandt hatten. Der bezeichnete die Einladung als „anständiges Verhalten, dem ich meinen Respekt zollen möchte“. Der Spaziergang beginnt um 17.30 Uhr.

Offener Brief an Erbachs Bürgermeister

Strauß hat bereits am Mittwoch einen offenen Brief an Erbachs Bürgermeister Achim Gaus geschickt, in dem er ankündigte, sich von Dellmensingens Toleranz überzeugen zu wollen. Eine Reaktion auf einen Pressetermin der Stadt und des Teilorts am Dienstag, in dem Gaus, Ortsvorsteher Reinhard Härle und mehrere Orts- und Stadträte versuchten, die Äußerung eines Angeklagten im Fackelwurf-Prozess zu entkräften, Dellmensingen sei rechtsorientiert. Gaus antwortete mit einem Brief an Strauß und lud ihn nach Dellmensingen ein, um sich mit Bürgern zu treffen. Ein Termin für den Besuch steht aber noch nicht fest.