Vereine Essen, Blasmusik und Kunsthandwerk

Kunsthandwerkermarkt beim Herbstfest in Schürpflingen, das heute in die letzte Runde geht.
Kunsthandwerkermarkt beim Herbstfest in Schürpflingen, das heute in die letzte Runde geht. © Foto: Thomas Vogel
Schnürpflingen / Thomas Vogel 03.09.2018

Ein wenig früher dran sein als andere, die konkurrenzarme Zeit ausnutzen, auf ein verändertes Ausgehverhalten reagieren – gemäß dieser Maxime hat der Musikverein „Harmonia“ sein Herbstfest auf die Erfolgsspur geführt. Der erste Tag der 50. Auflage gehörte am Wochenende der Jugend, der Sonntag den Freunden der Blasmusik, die heute zur „Vesperzeit“ (von 18 Uhr an) nochmals zu hören sein wird, während in den Kesseln Fleisch und Sauerkraut dampfen.

Weil in der Vergangenheit an den Samstagen nach Worten des Vorsitzenden Hans-Peter Bosch abends „nicht mehr so viel lief“, gibt es nun einen Kunsthandwerkermarkt. So kann nicht nur der Herbst heraneilen, sondern gleich auch noch Weihnachten. Jedenfalls waren am Holzwerkstatt­-Stand von Christoph und Ulrike Quast aus Untermarchtal bereits die ersten Utensilien fürs Fest erhältlich, eine Krippe inklusive. Zurück in den Super-Sommer führte hingegen das Angebot von Doris und Hubert Moll aus Uttenweiler, welche die üppige Ernte ihres großen Gartens in Form von Gsälz darboten. Man konnte mit beiden auch darüber sinnieren, ob dieser traditionelle Begriff nicht langsam ausstirbt und womöglich endgültig durch „Konfitüre“ verdrängt wird.

Gehäkelte Karotte

Ums Eck hatten Lukas (11) und seine Großmutter Maria Magg aus Achstetten ihr gehäkeltes und gestricktes Universum aufgebaut, das neben praktischen Dingen wie Schals und Mützen auch Exoten, etwa gehäkelte Kakteen, enthielt. Insbesondere der Junior im Team der handarbeits-versessenen Familie bewegt sich mit Nadel und Garn gern mal abseits gängiger Dinge und empfiehlt eine gehäkelte Karotte als haltbare Deko in einer Obstschale.

Für alle Anlässe etwas dabei, dies galt ebenfalls am Kerzenstand von Margit Herrmann aus Ebersbach, die religiöse Motive ebenso aufs Wachs zu bringen vermag wie beispielsweise einen Omnibus, „wenn eine entsprechende Bestellung eingeht“. Bei Svenja Hausener aus Staig ließen sich die Sammlungen von Magnet-Bildchen erweitern.

Wie er das mache? Nicht nur einmal musste Josef Kley diese Frage beantworten, in dessen Steinobjekte-Park sich zahlreiche Kugeln befanden: „Bohren, schleifen, polieren“ – das klingt freilich einfacher als es ist. Hinzu kommt die Suche nach interessantem Material, das der Achstettener in den Alpen findet oder auf der Schwäbischen Alb, wo so ein Brocken auch mal Korallen enthält, die sich hernach in der glänzenden Kugel als erdgeschichtlich aufschlussreiches Muster abzeichnen.

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