Espresso integrativo in Biberach

Holzhäuschen wird Espresso-­Bar.
Holzhäuschen wird Espresso-­Bar. © Foto: Matthias Sauter
Matthias Sauter 12.08.2017

In Biberach im Kreis Neu-Ulm lässt es sich gut leben. Das Dorf liegt in der bayerisch-schwäbischen Hügellandschaft zwischen Weißenhorn und Roggenburg, zahlreiche idyllische Wanderwege garantieren Erholung. Außerdem gibt es in Biberach aktive Vereine, eine Brauerei sowie neuerdings Wohnmobil-Stellplätze. Mangelware sind allerdings Einkehrmöglichkeiten und Treffs: Der Brauerei-Gasthof macht seit einigen Jahren nur noch am ersten Sonntag im Monat auf, Kneipen gibt es für die 730 Einwohner nicht. Doch das soll sich demnächst ändern: In der Dorfmitte ist für den Herbst die Eröffnung einer Espresso-Bar nach italienischem Vorbild geplant. Dolce Vita zwischen Kuhstall und Kirche.

Hinter der Idee stecken allerdings keine Italiener, sondern waschechte Schwaben. Mini und Stephan Einfalt sind eingesessene Biberacher und spielen schon länger mit dem Gedanken einer eigenen Kaffeebar. „Zunächst war das eine Träumerei, aber in den vergangenen Jahren hat das Projekt konkrete Formen angenommen“, erzählt Mini Einfalt. Die Eheleute haben vor zwei Jahren neben ihrem Wohngebäude ein Gartenhaus aus Holz errichtet, das zuletzt für Feste und Vereinsaktivitäten genutzt wurde. Einer Nutzungsänderung zugunsten der Espresso-Bar hat der Roggenburger Gemeinderat am Dienstagabend bereits zugestimmt. Sobald die Baugenehmigung seitens des Landratsamtes vorliegt, möchten die Einfalts loslegen. Die Kaffeemaschine und das Inventar sind bereits bestellt. „Das ist für der perfekte Zeitpunkt, weil ich Anfang August meinen Ruhestand angetreten habe“, sagt Mini Einfalt.

 Aufhorchen lässt das Konzept: Die Bar möchte nicht nur Einheimische, Ausflügler und Feriengäste willkommen heißen, sondern auch Asylbewerber. „Wir wollen hier aktive Integration betreiben“, erläutert Mini Einfalt. Übrigens soll nicht nur Kaffee fließen:  auch alkoholische Getränke sollen an den geplanten drei Öffnungstagen pro Woche angeboten werden. Und den Blick auf die Biberacher Dorfkirche St. Sebastian gibt es gratis dazu.