Georg Hatzichristou ist von den neuen Mitgliedern der Führungsriege des TSV Blaustein sehr angetan: „Das sind zwei junge Leute, beide Sportwissenschaftler, beide haben die besten Voraussetzungen einen solchen Verein voranzubringen.“ Ingo Behr und Maik Schäfer sind in der Hauptversammlung in den Vorstand des knapp 1900 Mitglieder zählenden TSV – 750 davon sind Kinder und Jugendliche – gewählt worden. In der Versammlung war der stellvertretende Vorsitzende Jochen Brecht nicht mehr angetreten. Aus beruflichen Gründen. Auch Hatzichristou kündigte an, dass er das Amt des Vorsitzenden lediglich für ein weiteres Jahr kommissarisch übernehmen wird.

„Auch bei mir sind es berufliche Gründe“, sagt Hatzichristou, der zwei Fitness-Studios betreibt, auf Nachfrage. Der TSV sei so groß, die Aufgaben so umfangreich, dass die Arbeit im Ehrenamt eigentlich nicht mehr zu schaffen sei. „Langfristig muss das Ganze in eine hauptamtliche Richtung gehen“, ist der Vorsitzende überzeugt Zwar sind in der Geschäftsstelle zwei Mitarbeiterinnen auf 450-Euro-Basis angestellt, aber das reiche nicht aus.

Alleine 400 Nachwuchs-Kicker

Ingo Behr und Maik Schäfer seien nicht nur aufgrund ihrer Ausbildung prädestiniert für die Vereinsführung, sondern auch weil sie aus den großen der insgesamt zwölf Abteilungen des TSV stammen: Behr kommt aus der Handballabteilung, dem Flaggschiff des TSV, Schäfer aus der Fußballabteilung mit alleine 400 Nachwuchs-Kickern. „Es müssen junge Leute her, die was erreichen wollen, was ändern wollen. Nur dann kann es vorwärts gehen“, sagt Georg Hatzichristou.

Einfach wird das nicht. Zumal alle Abteilungen des TSV, der sich um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Leistungs,- Gesundheits- und Breitensport bemüht, spezielle Bedürfnisse und Wünsche haben, sämtliche Hallen und Sportplätze bereits jetzt mehr als ausgelastet sind. Dafür macht der Vorsitzende Hatzichristou weder der Stadt noch dem Gemeinderat einen Vorwurf. Ihm ist klar: „Die Stadt hat kein Geld.“

Der TSV sei dankbar, dass dieses Jahr das marode Robert-Epple-Stadion saniert wird. Was im Lix-Gebiet sonst passiert, entscheide die Stadt. Und die müsse ja nicht nur für das Angebot in der Kernstadt aufkommen, sondern auch für den Unterhalt und die Instandhaltungskosten von Sportplätzen und Hallen in den Teilorten.

Vergleiche man Blaustein aber mit der Stadt Ulm, werde ein großer Unterschied deutlich: „Die Stadt Ulm unterstützt manche ihrer Vereine extrem“, sagt Hatzichristou. Dabei macht er deutlich, dass er einen Millionen-Zuschuss für das geplante Sportzentrum „Sportopia“ der TSG Söflingen völlig daneben finden würde. Stecke man so viel Steuergeld in Sportstätten, verzerre das den Wettbewerb, schaffe unfaire Voraussetzungen. Und das sage er nicht nur als Betreiber von Fitnessstudios, die ohne solche Zuschüsse wirtschaftlich sein müssen. Auch der TSV Blaustein bekomme das zu spüren. Im Bereich Breitensport: „Die Leute wandern dorthin ab, wo das Angebot größer ist.“ Zum Beispiel nach Söflingen“