Nachhaltigkeit Es kommt auf jeden Einzelnen an

Das Klima und das Wetter sind sein Metier: Der Meteorologe Sven Plöger beim Vortrag im Bürgersaal.
Das Klima und das Wetter sind sein Metier: Der Meteorologe Sven Plöger beim Vortrag im Bürgersaal. © Foto: Sabine Lehmann
Dornstadt / Petra Lehmann 07.08.2018

Es war stickig und heiß im Bürgersaal in Dornstadt und für etwa 200 Personen bestuhlt. Der Hitze und der Ferien zum Trotz strömten allerdings viel mehr Besucher in den Saal als erwartet, und es mussten weitere Stühle geholt werden. Das Zugpferd des Abends war Sven Plöger. Der Meteorologe und TV-Moderator sprach in der Auftaktveranstaltung des Dialogprozesses zum nachhaltigen Gemeinde-Entwicklungskonzept über den Klimawandel und Klimapolitik, über Energiewende und den Umgang mit Ressourcen. Der Titel seines Vortrags: „Gute Aussichten für morgen?“

Grund zur Sorge

Der gebürtige Bonner machte gleich zu Beginn deutlich, dass der Klimawandel Grund zur Sorge, aber nicht für Weltuntergangsstimmung sei. Er halte es da eher mit dem Leitspruch seiner rheinischen Heimat: Et hätt noch emmer joot jejange – Es ist noch immer gut gegangen.

Anschaulich und verständlich, locker und fachkundig referierte Plöger über das Problem der Überbevölkerung, den menschlichen Fußabdruck – also den übermäßigen Verbrauch der natürlichen Ressourcen – und das Schicksal des Südseeatolls Tuvalu, das bei weiterem Anstieg des Meeresspiegels durch die Erderwärmung im Meer versinken wird. Der 51-Jährige engagiert sich unter anderem für „Brot für die Welt“ und hat den Inselstaat vor kurzem besucht.

Erste Vorschläge der Bürger

In wenigen Sätzen erklärte Meteorologe Plöger den Unterschied zwischen Wetter und Klima und erläuterte die Auswirkungen des Klimawandels auf das Wetter. Regenerative Kombikraftwerke sind aus seiner Sicht ein Mittel, um weniger fossile Brennstoffe zu verbrauchen und so die Erderwärmung einzudämmen. Der Wetterexperte sparte auch nicht mit kritischen Anmerkungen: „Es ist toll, wenn sich ein Hausbesitzer eine Photovoltaikanlage aufs Dach setzen lässt.“ Wenn er aber anschließend eine Flugreise unternehme, sei der Einsatz fürs Klima wieder dahin. Dennoch komme es beim Klimaschutz auf jeden Einzelnen an.

Im Anschluss an Plögers Vortrag lichteten sich zwar die Reihen, viele Besucher blieben jedoch, um an elf Stellwänden selbst Vorschläge oder Anmerkungen zu mehr Nachhaltigkeit in der Gemeinde zu machen. Es ging um Themen wie Umweltschutz, Verkehr, Wirtschaft, aber auch um soziales Miteinander. Eine Auswertung der Bürger-Anregungen wird das Beratungsbüro Finep in den kommenden Wochen vornehmen.

Eine kurze Zusammenfassung konnten am Ende der Veranstaltung bereits einige Mitglieder der Begleitgruppe des Dornstadter Nachhaltigkeitsprozesses liefern: Demnach wünschen sich viele Bürger mehr Radwege, besseren öffentlichen Nahverkehr, ein schöneres Ortsbild, mehr gemeinsame Veranstaltungen und weniger Plastikmüll.

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